Sonntag, 26. Januar 2025

Eine Nuss zum Knacken (Fortsetzung des vorausgehenden Beitrages)

„Ich will Ihnen eine Nuss mit harter Schale anbieten“ - so meine Überschrift zu meinem Essay weiter oben. In dem ich das hervorhebend erneut wiederhole, frage ich mich, haben Sie Fin Frck und Herr Klinke das tatsächlich gelesen und auch vorurteilslos verstanden. Mit Begriffen lässt sich nicht spielen, sie wollen ergriffen und begriffen sein und das bedeutet in ihre Tiefe eindringen zu wollen. Fragend - im Sinne des Sokrates - sich bis auf deren Grund „besonnen“ vortasten zu wollen. Wen es mir wirklich um Dialog, um Teilhabe an der Auflösung von Konfliktfeldern geht, dann ist dies kein Schiessbuden Event.

Dann kann ich nicht aus dem Revolverhalfter heraus so schnell einmal „behaupten“ ich hätte in meinem Beitrag einer Gleichstellung von Musik und Anthroposophie das Wort geredet. Das können Sie so nicht verifizieren, denn es bedeutete z.B. in diesem Zusammenhang dann mit These und Antithese argumentativ hervorzutreten. Gleiches gilt für Ihre Behauptung ich hätte nichts Entscheidendes über die Unvereinbarkeit von „Problemen und systemisch“ gesagt. Das habe ich, nur konnten oder wollten Sie sich darauf nicht tiefer lauschend einlassen.

Das Wort ist in meinen Augen nämlich ein höchst sensibles Klanggebilde. Da liegen mitunter viele Bedeutungswelten übereinander geschichtet nahe beieinander. Und damit auch die Möglichkeit von Illusion und Fata Morgana für die eigene Verständnisbildung. Dem Sagen eines anderen Menschen in der Antwort an ihn Umdeutungen seiner Worte an den Kopf zu werfen ist nicht Dialog förderlich. Sachlichkeit muss die Leitlinie sein.

Dialog gründet auf Besonnenheit im Antworten. Und nicht im beliebigen Reingrätschen oder zwischen die Beine jaulend mit dem Saxofon zum wievielten Mal das immer wieder Gleiche zu fordern, ich/wir hier sollten einmal dieses oder jenes googeln. Ich bin jedenfalls kein Dummkopf. Um glaubhaft von Simulation und Aufarbeitung sprechen zu können, muss ich da nicht stilbildend durch eigenes Beispiel vorangehen? 

Und um noch deutlicher zu werden. Ist Bewusstseinsbildung nicht das Zeit Thema schlechthin? Ich/Sie, wir hier alle sind auf dieser Facebook Seite „miteinander“ in einer Zeitgenossenschaft verbunden, also gefordert an der Fortentwicklung des eigenen Bewusstseins zu arbeiten. Es gibt Opfer von Waldorf Gewalt, die so umfassend davon betroffen waren, dass sie mehr als 30 Jahre mit der Aufarbeitung zu ringen hatten. Ich kann hier nicht über den Kopf der Beteiligen davon berichten. Will es auch nicht. Ich kann nur immer und immer wieder meinen Hut vor soviel Mut ziehen. Aber nach allem, was ich über Herrn Klinkes Erfahrungen mit seinen Kindern weis, sage ich, er würde erblassen, wenn er diese Geschichten zu Gehör bekäme. 

Abschliessend merke ich daher nur an, dass ich auch sehr gerne meinen Hut vor Herrn Klinke ziehen würde, wenn er auch nur anfänglich bemerken könnte, wieviel  Verständnis und Weite des Geistes ihm hier von vielen, vielen Seiten bisher entgegengebracht worden ist. Herr Klinke treten Sie etwas kürzer und beenden Sie ihre fort und fort dauernden jazzenden Soloeinlagen. Sie sind nicht das Orchester hier. Sie sind nur einer von vielen Orchester Mitgliedern, die an der notwendigen Bewusstseinsbildung unserer Zeit arbeiten.

Bewusstsein kann nur von innen wachsen und demgemäss nicht eingefordert werden. Sie erwächst aus dem Lauschen. Zeigen Sie mehr lauschendes Einfühlungsvermögen in die Gangweisen der Menschen mit denen Sie es, wo immer auch zu tun haben. Sie werden staunen welche Schätze Ihnen dadurch im Laufe der Zeit vor die Füsse gelegt werden.

© Bernhard Albrecht Hartmann, 26.01.2025

Dienstag, 21. Januar 2025

Eine Nuss mit harter Schale

Ich will Ihnen (Herr Klinke) eine Nuss mit harter Schale zum Knacken anbieten. Sie stellen zwei Begriffe nebeneinander, also in einen unmittelbaren Zusammenhang miteinander, die in der Art wie Sie es tun so nicht nebeneinander stehen können.

„Probleme“ haben immer einen individuellen Hintergrund. Um von „Problemen mit systhemischen Charakterzügen“ zu sprechen bedarf es umfassend differenzierter Kenntnisse, die mit Verlaub Sie bisher in meinen Augen nicht offengelegt haben. Wieviele Waldorfschulen von den weltweit gegenwärtig ca. 1200 Schulen kennen Sie aus eigener Anschauung, mit wie vielen Lehrern haben sie „nachhaltig substantielle“ Gespräche geführt? Kennen Sie persönlich - und nicht nur vom Hörensagen - ein Duzend Waldorfschulen in ihren inneren Strukturen auch nur annähernd?  

1200 Schulen mit einmal angenommen durchschnittlich 15 Lehrern pro  Schule - also 18 000 sehr persönlichen Entwicklungswegen und demgemäss unterschiedlich weit und tief reichenden Lebenserfahrungen. 18 000 Lehrpersonen mit einer zumindest grundständigen wissenschaftlichen Ausbildung. Und Sie als Musiker, sehe ich das richtig (?), Sie würden das System Waldorfschule am liebsten total zerlegen wollen? Wie weit reicht Ihr pädagogisches Verständnis - von Können will ich dabei ja noch gar nicht sprechen? Ich würde jedenfalls nicht einmal im Traum daran denken ein Orchester so an die Wand fahren zu wollen wie Sie mit Ihrem systhemisch hochgetunten Reden glauben Kritik über „der Waldorfschule“ von Ihrem Aussageduktus her pauschal glauben ausschütten zu können.

Und damit wir uns richtig verstehen, ich will hier die Waldorfschule als Ganzes nicht in Schutz nehmen. Ich kenne sie aus der Sicht von 19 Jahren Berufserfahrung an vier Schulen in all ihren Mängeln denke ich recht gut. 

Gespräche … : Damit Gespräche überhaupt in eine gewisse Tiefe hinein in Gang kommen können bedarf es da nicht des Respekts? Des unvoreingenommenen Respekts vor der Arbeitsweise des Kollegen - auch und gerade dann, wenn ich mit dessen Vorgehensweise nicht übereinstimmen kann. Denn es kommt nicht darauf an, wie ich zu dessen Vorgehensweise stehe, sondern ob ich mir ein sachliches Verständnis davon bereit war zu bilden. Und die Möglichkeit zu einem derartigen Verständnis gelangen zu können erwächst aus der Aufmerksamkeit im rechten Augenblick geeignete Fragen stellen zu können, die den Blickwinkel auf die problematische Sachlage erweitern können, den Blickwinkel über alle Seiten der am Gespräch beteiligten Personen hinweg. Die bei diesen Gesprächspartnern die Bereitschaft für eigene Selbstkritik öffnen können, gerade weil Sie sich nicht persönlich angegriffen fühlen müssen. 

Können Sie Herr Klinke Selbstkritik bei sich üben ohne dass es bei ihnen zu inneren Ausweichmanövern kommt? Wenn es in sozialen Auseinandersetzungen um Selbstkritik geht, dann sind Mängel in dieser Richtung allseitig zu suchen, denn die Fähigkeit sich vor den eigenen Spiegel der Wahrheit zu stellen ist heute „allerorts“ für jeden Menschen, eine Herausforderung der sich in sozialen Prozessen bewegt. Schon allein der Umstand, dass ich bei einem Gang durch die Fussgängerzone einer Stadt meine Aufmerksamkeit nicht genügend bei mir halten kann macht es - dieses oder jenes dabei sehend - möglich, dass mich wie aus dem Nichts Vorurteile bestürmen. Herr Klinke gibt dieser Umstand für Sie nicht Anlass etwas weniger laut die eigene Kritikschleuder zu handhaben und dafür mehr Selbstbesinnung dazwischen zu schieben? Redlichkeit zu üben in sozialen Belangen ist ein schwieriger Weg.

Wer sich mit sozialen Prozessen nachhaltiger hat vertraut machen können, der kann wissen, dass Kritik, zumal mit Emotion gepaart selten verfängt, d.h. zu einer nachhaltigen Korrektur führt. Abwehr kommt weit eher zum Zuge, verbunden mit dem Rückzug hinter dogmatisch „verbrämte“ Schutzbehauptungen oder gar ein Oben/Unten Gehabe zwischen Lehrern und Eltern - was natürlich erzürnen muss. Und am Ende kann niemand mehr mit der je anderen Seite sprechen. Mediation kommt in einer derartigen Lage dann oft zu spät und kann allenfalls nur noch Teile der aufgebrachten Elternschaft wieder sachlich befrieden und in einer regelmässigen - wie allseitig geübten Offenheit füreinander die Weiterarbeit ermöglichen.

Rudolf Steiner hat seine Aussagen zur Pädagogik nicht als Programm vermittelt, das damit einzuhalten ist, er hat seine diesbezüglichen Aussagen an jede einzelne Lehrperson gerichtet und diese damit auf einen individuellen Entwicklungsweg, auf eine je eigene Forschungsreise gerufen. Und wer sich diesem seinem freilassenden Ansinnen stellen wollte, der konnte dabei erfahren, ja nicht selten dramatisch erfahren das Stehen an Abgründen des Niemandslandes. Das Durchgerüttelt Werden von der allseits fliessenden Kraft des Nichts, die nur durch das mutige Eingeständnis, dass ich weis, dass ich nichts weis (Sokrates) fragile innere Haltegeschehnisse im Augenblicklichen schaffen konnte. Panda rei …

Dass dies zunächst keine Reise für jedermann sein konnte, das war von Anfang an klar. Ich selber bin ohne offizielles Waldorf - Lehrer Patent diesen Weg gegangen und habe durch mein Bemühen eine ganze Reihe von Menschen kennenlernen dürfen, die in diesem Sinne eigene Forschungsergebnisse zusammentragen durften. Das vermittelte mir das berechtigte Wissen, dass die Waldorfpädagogik weiterleben wird - auch dann, wenn es ihnen gelingen sollte sie hier und heute auszurotten.

Leicht ist es mit der Steinschleuder auf Mängel zu zielen, die schlichtweg nicht zu übersehen sind und von daher nicht unter den Tisch gekehrt werden dürfen. Weit schwerer ist es hingegen das eigene Denken zu vertiefen und weiter zu entwickeln. „Denke nie gedacht zu haben, denn das Denken der Gedanken ist gedankenloses Denken. Wenn Du denkst du denkst, denkst Du nur Du denkst“ (Erich Kästner?). Nun Herr Klinke - sind Sie zur Selbstkonfrontation bereit und damit zur Entwicklung einer echten Kritikfähigkeit? Ich/Sie können andere Menschen - selbst mit nachhaltigem Geballere - nicht auf einen Weg erhöhter Kritikfähigkeit hinführen. Dazu bedarf es lebensnaher Beispiele von Menschen, die vorangehen. Könnten Sie sich aus ernster Selbstbesinnung heraus dazu entschliessen? Können Sie auch nur zaghaft daran denken sich auf einen derartigen Mut-Weg einzulassen, also die Steine, die heute allenthalben Entwicklung hemmend landauf landab herumliegen vorurteilslos durch eigene innere Anstrengungen mithelfen beiseite zu schaffen?

Zu guter Letzt noch ein Hinweis auf eine echte wissenschaftliche Haltung. Thomas Metzinger, zwischenzeitlich emeritierter Gehirnforscher von internationalem Rang hat als bisher letzten philosophischen Werkstattbericht das Buch „Der Elefant und die Blinden“(1) veröffentlicht (nach unter anderem seinem Bestseller „Der Ego Tunnel“). Darin sind erstmals 500 meditative Erfahrungsberichte reinen Bewusstseins aus der ganzen Welt zur Darstellung gelangt. Für den heutigen Wissenschaftsbetrieb ein mehr als mutiges Unternehmen. Dem scheinbar Unwägbaren sich forschend annähern, das ist der Weg in das Zeitalter  der „Bewusstseinskultur hinein.“ Es ist Ihre Entscheidung ob Sie das scheinbar Unwägbare in der Waldorfpädagogik weiter eher verdammen oder ob Sie über alle Fehler hinweg zu einem tiefer reichenden Verständnis forschend sich auf den Weg machen wollen. Das Denken will weiter entwickelt werden - übersubjektiv. Alles andere wäre ein Beleidigung von Kant, Rudolf Steiner und Thomas Metzinger, wäre ein Rückschritt hinter das Wissenschaftsverständnis der Aufklärung, das unvollendet heute seiner Vollendung harrt. Entwicklung fusst auf Selbsterkenntnis(2). Ohne die Bereitschaft zur Selbsterkenntnis kann Selbstkritik nicht gedeihen.

© Bernhard Albrecht Hartmann, 21.01.2025

(1)  Thomas Metzinger der Elefant und die Blinden - Auf dem Weg zu einer Kultur der Bewusstheit,            

       Berlin Verlag in der Piper GmbH, Berlin/München 2023

(2)  https://ich-quelle.blogspot.com/2018/09/ich-karl-balmer-die-frage-geht-weiter.html

(3)  https://ich-quelle.blogspot.com/2018/09/die-frage-nach-dem-wirklichen-ich-eine.html

(4)  https://ich-quelle.blogspot.com/2018/09/die-frage-nach-dem-wirklichen-ich-3teil.html

(5)  https://ich-quelle.blogspot.com/2018/10/das-wirksame-ich.html

       Und weitere Essays 

Sonntag, 12. Januar 2025

Krankheit - eine schwierige Auseinandersetzung

Ist es Dummheit sich angesichts einer eigenen Krankheit in einer sehr individuellen Weise mit dem Gesamtkomplex dieser Erkrankung auseinanderzusetzen? Ist es unverantwortlich gegenüber einer sich als Mehrheit generierenden Anzahl von Menschen, die in diesem Zusammenhang zu  anderen Auffassungen und damit Vorgehensweisen gelangt sind abzusetzen und und seinen Weg selbstverantwortlich zu gehen? Ich, wir sind als individuelle Menschen in einem Prozess der Kompetenzerweiterung auf mehr Bewusstseinsbildung hin unterwegs. Und dazu sind eigene Wege der Erfahrung mehr als notwendig, denn das Leben besteht aus dem Zusammenführen unterschiedlichster Erfahrungen aufeinander zu und genauso auch wieder voneinander weg. Ohne unterschiedliche Erfahrungsverarbeitung gibt es keine Entwicklung.

Die leise oder offene Diffamierung von Menschen, nicht selten ein probates Mittel unterschiedlicher Sichtweisen, sind sie nicht letztlich Freiheit zersetzend und weil nicht selten Angst unerkannt mit im Spiel ein Angriff auch auf die menschliche Würde? Facebook wird damit heute in Nachfolge des mittelalterlichen Prangers in meinen Augen mit höchster Brisanz zu dem Verantwortungsforum schlechthin. Ich kann viel sagen, aber kann ich auch all mein so Gesagtes bis in die Tiefen hinein verantworten? Weis ich was ich weis und bin damit innerlich angebunden an die wissenschaftlichen Urväter Sokrates, Plato und Aristoteles unserer Zeit? Oder tappe ich einfach so durch die Lande um mein Vermeinen unter die Leute zu bringen? … Nicht immer redlich, weil in meinem Sagen in der Rück - „Sicht auf mich“ zu wenig geankert in eigener Selbsterkenntnis und Selbstverantwortung. 

Von Wissenschaft zu reden ist das eine, sie in der eigenen Haltung aber auch zu repräsentieren etwas gänzlich anderes. Wissenschaft basiert nämlich auf zwei Säulen: Respekt vor unterschiedlichen Forschungsansätzen und Redlichkeit im Hinterfragen bis auf den Grund, was die Bereitschaft einschliesst in diesem Zusammenhang auch das Nirgendwo, das in sich und durch sich fliessende Niemandsland stetiger Bewegung zu betreten, die Furchtlosigkeit zu üben in Bewusstseinsverantwortung allein bei sich. Wer hier auch nur zu ein klein wenig Innehalten bereit ist, der erfährt wie schwer ein solches Unterfangen zu tragen ist. 

Nun denn, warum ich das hier sage ist: Ich habe seit April 2021 einen sogenannten Mantelzellen - Lymphom Krebs. Das hatte eine intensive Chemotherapie und im Oktober 2024 eine CarT -  Zellen  Lymphom Transplantationsinfusion zur Folge. Die Aufarbeitung meiner Grenzerfahrungen in diesem Zusammenhang veranlassen mich in der mir noch verbleibenden Zeit, von der ich gegenwärtig nicht sagen kann wieviel das noch sein wird, mich noch stärker der Durchdringung von Vorstellungsbildung und  fortlaufender Auflösung aller Vorstellungen im Sinne der Philosophie der Freiheit Rudolf Steiners zu widmen. Dieser Prozess markiert den Bewusstseinswandel vor dem Ich und jeder Mensch heute stehen ihn in individueller Weise zu vollziehen, denn das Wirklichkeitsverständnis verändert sich unter unseren Füssen fortlaufend, so ich es wage über meinen eigenen augenblickshaften Vorstellungshorizont hinauszusteigen - in einer geradezu bestürzenden Weise. 

Die verdrängte In - Welt -  Krise tritt allenthalben überdeutlich zu Tage, während wir in zahlreichen 100 Jahre Feiern „vermeinen“ Rudolf Steiner würdig zu gedenken anstatt uns zu fragen, wo habe ich versagt in Vorstellungsüberwindungen konsequent mich ins Niemandsland, in das Nirgendwo hineinzustellen und in den Kräfte Turbulenzen, die dabei auftreten meine Standfestigkeit zu üben. Es gibt keinen Abgrund, nicht einmal eine Schwelle zwischen dieser Welt - dem ihm durch uns zeitlich begrenzt eingeprägten Wirklichkeitsverständnis - und der sogenannten geistigen Welt. Alles durchdringt sich gegenseitig, ist jeder Zeit präsent. Nur meine aufrechte Haltung und wenn Sie sich hier hinterfragen wollen, in dem Sie sich in ihrem Alltag mit einer umfassenderen Redlichkeit bewegten, kann die von uns erzeugten illusionären Vorstellungen von den Bildern, die Rudolf Steiner benutzte um die grössere Ganzheit aufzuzeigen abziehen. Erwachen am anderen Menschen.

Erwachen am anderen Menschen ist keine schöne Geschichte, sie ist unser aller individuell zu erfahrendes Ereignis, wenn wir dazu nur wirkkräftig uns die Hand in kleinen Gesten umfassender reichen könnten als uns auf die vielfältigste Weise beständig offen oder verdeckt immer wieder abwertend bis geradezu feindlich abzugrenzen, um nicht zu sagen anzugiften oder gar ein Bein zu stellen. Ich/Wir sind Teil des Geschehens, das um uns stattfindet und damit auch mitverantwortlich für das was dort geschieht - wenn dieses uns auch überhaupt nicht gefallen mag. Wir sind mitverantwortlich.

Wir sind mitverantwortlich. Ich will also zur Sache kommen, zur Sache - mit der ausdrücklichen Betonung damit Niemanden hier persönlich attackieren zu wollen. Doch zu einer im Wortsinn redlichen Betrachtung der Sachlage ist ohne „die fragende Rück“ - Sicht auf mich selbst nicht mehr zu gelangen, wenn ich den Chaos-Kräften der heute allenthalben vor unser aller Haustüren herumlungernden Illusionen und Troll-Attacken nicht in die Arme laufen will. Ich sage es ausdrücklich: Niemand ist diesbezüglich vor Attacken gefeit, der die Redlichkeit bis auf den fliessenden Grund in sich nicht bereit ist zu üben. Und das wird und muss weh tun. Wo dieses nicht Erlebnis wird fehlt es schlichtweg an der genügend tief greifenden Redlichkeit im fragenden Umgang auf diesen seinen eigenen Grund hin.

Das „Raumschiff Anthroposophie“ will und muss landen und in wie weit das geschieht liegt verantwortlich „in eines jeden Hand,“ der dieses Raumschiff jemals für eine kurze oder längere Reise genutzt hat. Es ist an der Zeit. Mit dem 100. Todestag von Rudolf Steiner läuft aus meiner Sicht dessen sogenannte Verantwortlichkeit für jedes Missgeschick in der Umsetzung von Anthroposophie ab. Kritiker wie Befürworter seiner Gedanken sind herausgefordert ein sehr viel „Mehr“ an sachlicher wissenschaftlicher Verantwortlichkeit als bis anhin zu Tage zu fördern. Aristoteles und Kant lassen grüssen.

© Bernhard Albrecht Hartmann, 12.01.2025