Sonntag, 1. September 2019

Nachdenkliches zwischen den Zeilen.

Auf:   https://egoistenblog.blogspot.com/2019/08/artifizielle-anthroposophische.html#disqus_thread
ist gegenwärtig ein Dialog am Laufen, der noch nicht bendet ist. In eher leisen Tönen bewegen sich dabei Gedanken-Nuancen durch Wort-Zwischenräume, die mir der Beachtung wert sind, weil durch sie in der einen oder anderen Weis mehr oder weniger auf Grundsätzliches verwiesen wird. Deshalb reblogge ich sie an dieser Stelle.

Bernhard Albrecht Hartmann • vor 6 Tagen
Wieder ein grosser Wurf, Michael. Noch differenzierter und sensibler in seinen inneren Klangräumen, als in Deinem diesem vorausgehenden Blog-Beitrag. Danke.

Michael Eggert Mod Bernhard Albrecht Hartmann • vor 6 Tagen 

Spüre ich da eine kleine Spur Ironie, lieber Bernhard Albrecht?


Tomtetom Michael Eggert • vor 5 Tagen 

Leider immer wieder so erlebt...
Bleib dran, denn es wirkt...wie man sieht ;)



Bernhard Albrecht Hartmann Michael Eggert • vor 5 Tagen
Ironie ist nicht mein Ding. Lächel. Du musst also nicht weiter in den "Pass auf Modus" gehen und den Schutzschirm (?) der von Dir so gerne eingesetzten (provokativen) Ironie aufrufen. Im Übrigen gilt, Du kannst das in Deinem Topos für diesen Deinen Beitrag in Grossschrift hervorgehobene Wort "Ätherleib" nicht nur plakativ nach aussen gewendet tragen. Sieh Dich selber darinnen ... Lächel ... und es lebt sich um einiges leichter.
"Werden sie ein Tänzer" hat das Rudolf Steiner nicht in seinem Heilpädagogischen Kurs gesagt? Mehr zu den von Dir angesprochenen Gefühligkeiten, wenn ich einiges vorrangig hier auf meiner Agenda Stehende abgearbeitet habe. Mit einem lieben Gruss werfe ich diese Flaschenpost hier in den Oberrhein und hoffe, dass sie Dich erreicht.
Bernhard Albrecht

Michael Eggert Mod Bernhard Albrecht Hartmann • vor 5 Tagen 

Ja, Danke, die Post hat mich erreicht. Mit Tanzen kann ich nicht so dienen, da ich wohl eher ein Trampeltier bin. Aber ich bin gespannt, was da von Dir zum Thema Gefühligkeit noch ausgearbeitet werden wird. Du bist ja näher an den Quellen des Flusses, ich an der Mündung, also sehen wir, was dabei heraus kommt.



Bernhard Albrecht Hartmann Michael Eggert • vor 3 Tagen • edited 

Der Selbstgefühligkeit in sich in ihren vielfältigen Schattierungen zu Leibe zu rücken ist wahrlich kein leicht Ding. Wenn Du das, Michael, von Dir her nicht auch da und dort als Erfahrung mit Dir herumtrügest, Du hättest dies in Deinem Beitrag nicht so sensibel ansprechen können. Mit Wilfried Jaensch gesprochen, den Du mit einigen Gedankengängen zur Bedeutung der „Kraft der Unterscheidung“ in diesem Blog-Beitrag zitiertest (1) ist in meinen Augen die zentrale Kraftdynamik benannt, die ein Freies Geistesleben „überhaupt erst“ in seiner tieferen Bedeutung zur Erscheinung verhelfen könnte. 

Noch ist die Kraft der Unterscheidung im Wesentlichen nach aussen gerichtet. Wenn es denn gelänge diese Dynamik neben dem Aussenbezug im Innenverhältnis jeweils ganz bei sich zur Anwendung zu bringen, ohne irgendwelche direkten oder verdeckten Projektionen, Unterstellungen oder Vermutungen, wenn die bisher mehrheitlich gängige abstrakte Reflexion mit ihrer immanenten Versuchung zum dualen Streit-Diskurs in eine nonduale seelische Beobachtung hinein sich bändigen könnte, dann würden sich noch ganz andere Dimensionen im Verständnis von Rudolf Steiner auftun. So meine Auffassung aus Aha-Erlebnissen durchaus noch anfänglicher Art.

Manchmal kommt es mir so vor, wenn ich so gewisse Diskurse über ihn verfolge, dass da - im Bilde gesprochen - gleichsam fünf Töne aus einer Fuge von J. S. Bach herausgelöst werden, um vollmundig abzuleiten, Bach sei ein kompositorischer Spinner. Ich betrachte das und das ist jetzt bewusst sarkastisch gehalten als „eine wissenschaftlich sachliche Spitzenleistung.“ Ist denn Rudolf Steiner ein Kratzbaum für jede Art von Gefühligkeit, verkleidet in abstrakte Reflexionen?Und damit verteidige ich Rudolf Steiner noch nicht einmal, ich lege lediglich den Finger auf die Art und Weise wie mit seinem Werk immer wieder methodisch umgegangen wird.

Dies ist nur ein Weniges von dem, was mir gerade zu diesem Thema so durch den Kopf geht. Ich will es für heute dabei belassen.

Bernhard Albrecht

(1) https://egoistenblog.blogsp..., 2. und 3. Absatz.



Michael Eggert Mod Bernhard Albrecht Hartmann • vor 3 Tagen 

Ja, ich stimme Dir zu. Ich halte es auch persönlich für ein verbreitetes Problem, dass die Beschäftigung mit Anthroposophie die Selbstgefühligkeit – in Steiners Worten die luziferische Verstrickung– geradezu befeuern kann. Es stimmt, dass das ein individuelles Problem ist– aber auch insofern ein anthroposophisches, dass dabei ein Missbrauch der anthroposophischen Wirksamkeit eintritt, eine Lähmung und Verschiebung ins Irrelevante. Ich denke z.B., dass es wirklich genügend Aspekte in der modernen Technik gibt, die überaus klar aufbereitet werden könnten und auch relevant sind – nur als Stichwort die Manipulation durch soziale Netzwerke wie im Fall Cambridge Analytica, auch auch der ausufernde Lichtmüll, die völlige Überfrachtung unserer Sinne usw. die oben genannte Forschungsrichtung dagegen, die die Schädlichkeit der LED verallgemeinernd behauptet, halte ich für einen typischen Reflex und letztlich für eine banale Fehlbeurteilung, die die Anthro– Gefühligkeit bedient. Das ist aber in meinen Augen nur ein Beispiel dafür, wie die Technologen Reflexe bedient werden. Und auch, wie es richtig schief gehen kann mit Pseudo– Esoterik. Das führt in die Welt der Globuli und ätherischen Steigbilder, und somit in den selbst gezimmerten Elfenbeinturm




Rudolf • vor 5 Tagen • edited
Gut lesbare wirklichkeitsnahe Beschreibung anthroposophischen Innenlebens.
Aber es geht wie immer, nicht um Anthroposophie, sondern - immer mit der obligaten Anhäufung persönlich ausgerichteter Seitenhiebe - um Anthroposophen und die Belustigung an Ihren menschlichen Schwächen. Kann man natürlich machen.
Problematisch wird es dann, wenn diese „Endlos-Schleifen" fixer Bestandteil seichter Anthroposophie-Kritik werden, wenn das unaufhörliche Lächerlichmachen von anthroposophischem Ambiente, sei es im Einzelfall auch noch so wahrheitsgemäss wiedergegeben und beschrieben, Teil des Kampfes gegen die Anthroposophie selbst wird. 
Wenn also, wie immer, Steiner selbst so quasi als Schuldiger, als Urheber der Verhaltensweisen heutiger Anthroposophen ins Rampenlicht gestellt wird.
Gibt es denn nicht andere Wirkungen der Anthroposophie in der heutigen Welt, als "bigotte Leitwölfe", "eitle Frömmelei", "eigenwillige Sprachstile", "Wiederholung anthroposophischer Vokabeln in Endlosschleife" usw. usw. ?
Dieses einseitige Hinweisen in Endlosschleife Ihrerseits, Herr Eggert, kann dies denn überhaupt - da es sich ja in letzterem erschöpft - überhaupt noch konstruktive Anthroposophie-Kritik darstellen?
Ich meine nein!
Sind die Wirkungen der Anthroposophie nicht viel mannigfaltiger, als die Produktion abgehobener Leitwölfe ??
Wo gearbeitet, sprich geistig gewirkt wird, fliegen eben Späne, in Form von negativen Nebenwirkungen. Warum wühlen sie immer nur im "Späne-Kehricht" herum, und übersehen die fertig gehobelten Endprodukte?
Oder geht es Ihnen, so wie mir selbst, auch darum, zu demonstrieren, was geistige Tätigkeit alles bewirken kann, im Negativen wie im Positiven? Anthroposophie als Werkzeug, wie ich immer sagte?
Mit dem man, wenn man es denn möchte, Menschen produzieren kann, die einem das Geschirr in die Hand drücken und auch solche die es wirklich wegtragen, denn auch die gibt es zuhauf! Aber eben nicht nur! Um das geht es ja!
Wäre nett, wenn Sie es unmissverständlich sagen würden (bzw. könnten oder dürften ??),
denn im Zustimmungsfall wäre ich gar nicht mal auf Ihrer Gegenseite.

Michael Eggert Mod Rudolf • vor 5 Tagen 

Natürlich, Rudolf, geht es um eine Tendenz- eine Ego- Falle wie andere auch, die dieses Blog immer schon bearbeitet hat. Und natürlich kann Anthroposophie als Instrument angesehen werden, das in jeder Richtung genutzt werden kann- produktiv ebenso wie Wagenburg- artig. Da hat auch niemand die Deutungshoheit- schon gar nicht 100 Jahre nach der Begründung. Wir sind selbst aufgerufen, etwas daraus zu machen. Ich wäre sicherlich nicht so lange dabei geblieben, über das Thema zu schreiben, wenn nicht auch für mich äußerst produktive, aufbauende, verbindliche Aspekte damit verbunden wären. Das Blog hier beschäftigt sich auch deshalb mit den Schalen, den Abwurfprodukten, dem verhornten und versiegelten Abbauprodukt, weil diese Herangehensweise im Blog seit 20 Jahren eine gewisse Tradition hat- und auch weil dieser Blickwinkel in seiner allzu sehr verallgemeinernden Positivitätshaltung einen gewissen Charakter hat. Möglich, dass es inzwischen nicht mehr originell wirkt oder ist. Die Reaktionen darauf aus den anthroposophischen Elfenbeintürmen sind es in jedem Fall, immer wieder. So geht einem die Anregung nicht aus. Es ist aber auch nicht so, dass dieser Blickwinkel meine einzige Positionierung wäre. Es gibt auch eine Neugier auf das Thema, die Bestand hat.



Tomtetom Rudolf • vor 5 Tagen
"Kann man natürlich machen" ... Genau. Hat Steiner ebenfalls gemacht, nämlich sich lustig...Zitate? Lieber nicht? ;))
Das einzige was Steiner nicht so gerne gemacht hat, jedenfalls nicht öffentlich, dass er sich mal selbst auf den Arm genommen hätte (soll ja durchaus auch ne Tugend und erfrischend sein)...
Wer weiss, vielleicht wäre dann der Astralkörper oder der Ätherkörper der AAG und anderer Experten etwas durchlässiger und flexibler geworden, wer weiss...

Rudolf Tomtetom • vor 3 Tagen • edited 

Nur weil Steiner das auch machte, soll es also heute auch noch richtig sein?
Das Entscheidende ist doch aber, dass Steiner sich nicht über Anthroposophen lustig machte um die von ihm geschaffene Anthroposophie zu schädigen, sondern wohl eher um sie im Gegenteil vor negativen Entwicklungen zu schützen.
Bei dem heutigen einseitigen und immer wiederkehrenden Lächerlichmachen von Verhaltensmustern heute real existierender Anthroposophen, noch dazu mit Verweis auf Rudolf Steiner als angeblich dafür Verantwortlichen, sieht das aber schon ganz anders aus!



Tomtetom Rudolf • vor 2 Tagen 

Oh, ja das ist heute mehr denn je richtig..Satire und Humor (auch Selbstironie) waren schon vor tausenden Jahren wichtig...
Und Steiner hat natürlich nicht im Sinn gehabt Anthroposophie zu schädigen mit satirischen oder lustigen Äusserungen.
Aber wie nun? Wer schädigt denn hier in diesem kritischen Anthro-Blog? Das sind doch einzig und alleine IHRE sporadischen
Empfindlichkeiten und eine ganz persönliche Ansicht darüber, was für SIE Schädigen bedeutet. Sie picken sich dann einfach nur Sachen aus dem Zusammenhang heraus, aber leider ohne den geringsten, persönlichen Erfahrungswert aus der anthroposophischen - oder IHRER Praxis vorzustellen.
Erinnert mich irgendwie an Don Quijote ;)



Rudolf Tomtetom • vor 2 Tagen • edited 

Die Bezeichnung "Kritischer Anthro-Blog" ist ja bemerkenswert, alle Achtung!
Nur, einen solchen kann es nicht geben, weil ein Widerspruch in sich! Es sei denn, er wäre (aus anthroposophischer Sicht) etwas anderem gegenüber "kritisch" ausgerichtet, als der Anthroposophie selbst, was aber speziell angegeben werden müsste!
"Anthro-kritischer Blog" wäre wohl richtiger, aber man will ja sicherlich wieder einmal alles in einem sein, anthroposophisch und gleichzeitig anti-anthroposophisch.
Kann man machen....;-), nur entsteht dann die eigene Widersprüchlichkeit nicht mehr in der Wahrnehmung der Anderen, sondern wird zu einer Tatsache!
Mag auch sein, dass einige hier den Eindruck gewinnen, ich würde gegen Windmühlen kämpfen. Liegt in Abhängigkeit vom Objektivitätsgrad seiner Wahrnehmungsmöglichkeiten im Auge des Betrachters.
Empfindlichkeiten hin oder her, in erster Linie kritisiere ich die Beliebigkeit im Umgang mit Rudolf Steiner. Dazu stehe ich!
Steiner beispielsweise zu unterstellen, er selbst hätte "Ur- Rollenmodelle ausgegeben", ...........die "bis heute gerne befolgt werden" und die dann ziemlich schnell dazu führen Mitmenschen "wie Dienstboten zu behandeln, bigott zu werden" usw...usw... , und das obwohl er alle möglichen Tendenzen bei seinen Anhängern selbst geißelte, zeugt doch wohl eher von einer zumindest fragwürdigen Art der Rezeption anthroposophischer Inhalte und des Umgangs mit der Person Rudolf Steiner. 
Gerade so, als wenn Rudolf Steiner damals nicht so dämlich gewesen wäre, es heute auch keine dämlichen Anthroposophen geben würde. 
Jetzt mal auch sarkastisch formuliert, etwa kein Fall von "wissenschaftlich sachlicher Spitzenleistung"?



Tomtetom Rudolf • vor 2 Tagen 

Ahja...Soso...
Und wo sind Ihre anthroposophischen Inhalte?


Michael Eggert Mod Rudolf • vor 2 Tagen
Lieber Rudolf, „Beliebigkeit“ im Umgang mit Steiner ist das ungeeignete Wort. Die Frage ist, ob der Meister sakrosankt ist bzw. wie schmerzhaft es auch heute noch für Schüler/ Freunde ist, ihm Widerspruch und Irrtum zuzugestehen. So ein Verhalten kann als komplette Infragestellung empfunden werden, wie es in jeder Mysterien-Schule als Frevel angesehen worden wäre. Aber eben dieses traditionell Weihe-artige, das Steiner sicher auch – schon in seiner Bildsprache, in seiner Sehnsucht nach (Freimaurer) Exerzitien, seinem Faible für Griechentum (an Ende in Bezug auf Ita Wegman) ausgelebt hat, aber auch in seiner Rolle als Meister angelegt hat, erzeugt die so nachhaltigen internen Probleme, die chronifizierte Hybris der Anhänger . Das ist es nicht nur, das betrifft nur einen problematischen Aspekt. Ich denke, das kann man heute als kritischer Zeitgenosse durchaus verkraften, und wenn nicht, dann lässt man es eben. Sie müssen sich den Schuh ja nicht anziehen.


Claudius Weise • vor 5 Tagen
»Stammheft des deutschen Anthroposophentums«, soso. Nur weil man selbst etwas nicht empfinden oder nachvollziehen kann, heißt das noch lange nicht, dass Leute, die das tun, Halluzinationen haben oder etepetete sind. Jedenfalls ist das meine eigene Erfahrung. Außerdem ist es Kollegin Wendt, nicht »Kollege«. Und was zum Teufel hat unser letztes Heft mit ihrem bübischen Leitwolf zu tun? Mir scheint, Sie arbeiten mal wieder Ihre Idiosynkrasien durch, lieber Herr Eggert. Unser Bullshit-Filter arbeitet jedenfalls ganz gut, vielen Dank.

Michael Eggert Mod Claudius Weise • vor 5 Tagen 

Ja nun, Herr Weise, die Komödie nimmt hält ihren Lauf, und das Narrativ spinnt sich fort. Das Blog hat ja nun auch einen Ruf zu verlieren, und muss das Niveau konstant unterirdisch halten. Hier geht um Langstreckenlauf, nicht um den anthroposophischen Sprint. Dass mich das in Ihren Bullshit- Filter treibt, ist natürlich bedauerlich, aber wohl kaum zu vermeiden. Pardon an Frau Wendt, das wird korrigiert.
Claudius Weise Michael Eggert • vor 5 Tagen 

Mit Bullshit-Filter meine ich eigentlich Dinge, die wir rausfiltern und nicht veröffentlichen. Aber wo waren Sie eigentlich, als in Info3 praktisch dasselbe stand, nur halt in komprimierter Form https://www.info3-verlag.de...

 

Michael Eggert Mod Claudius Weise • vor 5 Tagen 

Das habe ich echt verschlafen.




Bernhard Albrecht Hartmann Claudius Weise • vor 16 Stunden • edited
„Nur weil „man“ selbst etwas nicht empfinden oder nachvollziehen kann, heisst das noch lange nicht …“
Wissen sie das wirklich, dass Herr Eggert das nicht kann?

Und: Hat Herr Eggert das tatsächlich gesagt, „dass Leute, die das tun, Halluzinationen haben oder etepetete“ seien?

Keine Sorge, Herr Weise, ich will hier keine Wortklaubereien vom Stapel lassen und auch Herrn Eggert nicht verteidigen, damit würde ich nur in die dualistisch ausgerichtete Ego-Falle laufen, die zu übersehen immer wieder viel Verwirrung stiftet und Illusionen ins Endlose prolongieren kann, einfach weil im Sinne des Sokrates alltäglich Situationen, die sich auf den Marktplätzen dieser Welt ereignen nicht genügend tief unter die Lupe genommen werden.

Alles was mich aufregt, wenn auch versteckt, das hat etwas mit mir zu tun und dort genauer fragend hinzuschauen, mich wie einen Fremden zu befragen, das entwickelt die Bewusstseinseele, wie sie schon Sokrates einst im Keim veranlagt, ins Leben hinein.

Menschen wie ein Herr Eggert können sehr unbequem sein, denn sie holen „Denkhaltungen“ von mir an die Oberfläche, die ich im gegenwärtigen Augenblick lieber unter der Oberfläche belassen hätte, bzw. die ich möglicherweise noch gar nicht bei mir wirklich registrieren konnte, weil ich Weckrufe in dieser Richtung von Menschen meines Schicksalsumkreises bisher einfach verschlafen oder zumindest nicht ernst genug genommen habe.

Herr Eggert charakterisiert sich ja selber als Trampeltier (weiter oben hier in diesem Dialog). Ich erlaube mir hinzuzufügen, er bewegt sich mitunter wie ein Elefant im Porzellanladen und was liegt da näher als dieses Verhalten nicht zu goutieren, weil er ja so manches niedertrampelt, was aus meiner bisherigen Sicht so nicht behandelt werden sollte. 
Doch: Der Elefant hat ein ausgesprochen sensibles Umkreisbewusstsein für „Lebensverletzungen.“ Ich erlaube mir hier einzuflechten, dass Menschen mit solchen und anders gelagerten Lebensgaben oft einen Weg der Verkennung gehen müssen. Im Sinne der Bewusstseinseele ist es jedoch an uns solche und viele andere Verkennungen aufzuheben, die wir mit unserem „Vermeinen“ überhaupt erst hervorrufen., bzw. aus unserer Vergangenheit als Verkennung mit in dieses Leben hereintragen, solange bis ich an diesem oder jenem Menschen bereit bin in ein, in mein metanoia hinein aufzuwachen. 

„Alle Vorstellungen müssen verbrannt werden.“ (R.St.) Was heisst, die Würde des je anderen Menschen ist in erster Linie herzustellen, bzw. zu wahren, indem ich meine Art der Verkennung vorrangig zu bereinigen versuche, bevor ich in einen dann um vieles sachlicheren Diskurs, durchaus auch über Gegensätze hinweg eintrete. Vor diesem Hintergrund gelangt dann, aus meiner ganz persönlichen Lebenserfahrung heraus gesprochen, so manches in meinen Bullshit - Schreder, von dem ich bisher überhaupt nicht dachte, dass sich dahinter Bullshit verberge.

Herr Weise, ich grüsse Sie mit Respekt

und Dich Michael bitte ich um Verzeihung, dass ich Dich herangezogen habe, um etwas mit vielen offenen Fäden verhalten zu charakterisieren, was mir zu diesem Zeitpunkt geboten schien, dass es einmal leise benannt würde.
Bernhard Albrecht

Michael Eggert Mod Bernhard Albrecht Hartmann • vor 15 Stunden 

Vielen Dank, lieber Bernhard Albrecht, dass Du mich gegen Insinuationen von Claudius Weise verteidigen möchtest, aber der darf das. Ich habe ihm einige Male vors Bein gepinkelt, und damit hat er alles Recht der Welt, sozusagen etwas derbe gegen zuhalten. „Verkannt“ fühle ich mich da nicht, und von wem auch? Ich bin schon in jungen Jahren zu Osho - Gruppen gefahren oder auch zu lokalen Kundalini-Yogalehrern, und habe mich über die Techniken der Beeinflussung ausgelassen. Im State–of–mind, den ich meditativ nennen würde, spürt man die Kräfte, mit denen Manipulation mit okkulten Methoden vollzogen werden, so deutlich, dass sie mit Händen und Worten zu greifen sind. Das ist schlicht etwas, was mich interessiert. Ob die mich dabei verkennen, ist mir völlig Wurst. Und ein wenig mache ich es bis heute– nicht professionell, aber als in der anarchosophischen No– Bullshit Truppe tätig, sozusagen als Hobby. Dass es nicht gerade Beifall regnet, ist einem doch klar. Insofern denke ich nicht, dass der Elefant psychologischer Beratung bedürfte. Aber vielen Dank für Deine Empathie.

Bernhard Albrecht Hartmann Michael Eggert • vor 3 Minuten
Lieber Michael. Wenn Du in meinen Ausführungen irgend eine Form von Beratung erblickt haben solltest, dann stammt sie nicht von mir.

Klar ist, so Du am Morgen vor den Spiegel trittst um Dich gegebenenfalls zu rasieren, Du Dich dort siehst als den, der Du in diesem Moment bist, einen Mann mit Bartstoppeln im Gesicht. Ganz und gar nicht so klar ist demgegenüber, wen Du erblickst wenn Du einem Du gegenüber trittst. Schaust Du im Spiegel des Du zuerst durch die Brille des „Erkenne Dich selbst“ auf das Du, das Dir gegenüber sitzt oder steht, bzw. über das Internet eine Verbindung mit Dir hergestellt hat oder lässt Du den Narzissten in Dir von der Leine und führst „Dich und Dein Gegenüber“ in die Kreuz und die Quere.
Der Narzisst kann nämlich auf die eine oder andere Weise unheimlich gut Geschichten erzählen. Wenn es darauf ankommt fabuliert er das Blaue vom Himmel herunter und kann darüber hinaus die Kraft der Umlenkung auf eine Weise zur Anwendung bringen, nur um nicht in die Verlegenheit zu geraten in eine grössere Nähe zum Du (oder auch zu einer Gemeinschaft) zu gelangen. Er weis mit allen Mitteln einen unscheinbaren Kreis um sich geschlossen zu halten … aus Furcht der Macht des Ich zu begegnen. 

Die echte Du-Begegnung ist Furcht einflössend, weil es dabei um Erwachen zu sich hin, um Initiation geht. Der Narzissmus ist gleichsam die letzte Membran, die es in der Häutung auf das Ich hin abzuwerfen gilt. Und damit ist er zugleich das grösste Hindernis für ein Sich-Ereignen-Können einer Kulmination in anthroposophischen Zusammenhängen. 

Die Furcht angesichts des Du vor dem primären Hinschauen allein auf sich, auf das Erkenne Dich vor allem anderen zuvörderst selbst ist einfach zu gross. Der Drang das Du immer noch und immer wieder in Haft nehmen zu wollen für dieses oder jenes, anstatt das Du als Briefträger einer Schicksalsbotschaft zu begreifen das eigene Ich schrittweise mehr in seiner Selbstwirksamkeit zu aktivieren und damit seiner Initiation näher zu bringen beherrscht nach wie vor die Lebensverhältnisse in den sozialen Räumen.

Ich kehre zum Anfang dieser meiner Zeilen zurück. Was Du im Spiegel dieser Zeilen aus den Tiefen der Mottenkiste Deines Seins hervorholst und vor Dir in Geltung versetzt oder auch nicht fusst auf „Deinem ureigener Beratungsakt“ und auf nichts sonst. 
Initiation ist ein holperiger Weg, Stürze sind vorprogrammiert. Sie kann den, der diesen Weg geht nicht sakrosankt einhüllen, also von jeder Art von Irrtümern freisprechen. Doch wer ihn geht erzieht sich durch Selbstkritik zu sehr viel mehr Vorsicht und vielleicht auch Güte gegenüber anderen Menschen, was mit Augenwischerei nichts zu tun hat, sondern schlicht ein Ausdruck von Achtsamkeit ist … gegenüber sich selbst und … dem anderen Menschen.
Bernhard Albrecht

Tomtetom Bernhard Albrecht Hartmann • vor einem Monat 
Lieber Bernhard, allerdings hat Michael die Gabe die Dinge eben direkt zu nennen und auf den Punkt zu bringen, gerade auch wo Manipulation etc. eine Rolle spielt. Ich sehe in der Initiation des Nondualen zwar einen grossen Sinn, gerade in sehr engen Du-Beziehungen kann das eine zeitlang gut sein, aber es verfehlt dadurch andererseits oft das direkte Anschauen und die Urteilskraft und die nötige Abgrenzung von unfruchtbaren, lieblosen Zuständen...siehe das berühmte Beispiel - ewig mit einem gewalttätigen Alkoholiker verheiratet zu bleiben, trotz Leid und Elend - oder das Nicht-Kommen-Sehen und das verschlafene Urteilen, was die brutale Nazikultur betrifft usw.
Also Wachheit schon, sehr sogar, aber dies nur nondual im Du und in einer Spiegel-Selbsterkenntnis bzw. total verinnerlicht, führt auch nicht immer weiter, ist zumindest nicht Michaels Intention. Es sei denn man ist der Dualität müde geworden ? und will womöglich den Einsiedler und seine beschauliche Ruhe haben? Wäre auch verständlich..
Für mich heisst Initiation auch, eine vage Synthese aus allem, aber zu förderst auch Mut zum Urteil, zur Weitsicht und Wahrheitssuche und zwar in konkreten sozialen und menschlichen Verhältnissen und eben sich auch mal nass machen wollen dabei. Da fühl ich mich hier recht wohl und aufgefangen. Ich habe gerade in der Anthroposophie genug erlebt was eben nur scheinbare Nondualität und Soziales bedeutet. Kritik und Hinschauen anthro-sozialer Missstände ? Gerne unerwünscht ;)
Ist ein grosser Thema!

Beste Grüsse!



Bernhard Albrecht Hartmann Tomtetom • vor 14 Tagen 
Sehr verspätet doch noch eine Antwort an Dich, die mir wichtig ist.
Nondual kann eine Beziehung sich nur weiter entwickeln durch Klarheit. Dies ist in Alkoholiker Beziehungen eine schwierige Sache. Zu vernebelt gestalten sich da viele Kommunikationsabläufe.

Ich weis das aus einschlägigen beruflichen Begebenheiten heraus. Da musst Du echt Mut entwickeln, dich, wie Du sagst auch einmal nass machen wollen und eingeschliffene Bewegungsabläufe unter den Beteiligten schmerzhaft öffnen können. Anders ist Entwicklung nicht wieder in Gang zu bringen. Der sanften Hand, die sich in Verständnis hingibt, muss innerlich ein Bewusstsein für die Grenzen eigenen Ertragen Können wie der Selbstverschleierung des Tatsächlichen wachsen. Dies ist Aufgabe einer sehr klar artikulierten Beratungshilfe und Beratungspräsenz. Der Alkoholiker selbst findet aus seiner selbstinduzierten Lebenssituation meist nicht heraus ohne dass ihm von aussen ordentlich auf die Füsse getreten wird, um es salopp zu sagen.

Was die brutale Nazikultur betrifft, so hege ich hier die Auffassung, ein jeder, wirklich ein jeder konnte sie kommen sehen, wenn er nicht den Kopf in den Sand steckte. Sich rausreden geht hier nicht. 
Das geht auch heute nicht, wenn Du auf die Entwicklung innerhalb der AfD hinschaust. Gleiche Fehler wie in der Weimarer Republik geschehen wieder. Die Verharmlosung, wie gleicherweise die unsachliche Dämonisierung passieren erneut. Und so kann Ungutes im Dunklen gedeihen, so kann ein Bernd Höcke allen auf der Nase herumtanzen und aussprechen was geschehen wird … wenn nicht ein entschiedener Bewusstseinsruck der Vielen sich innerlich noch mehr verdichten kann. Äussere Proteste gegen Rechts alleine werden nicht ausreichen.

In Hongkong ist eine Protestbewegung seit Wochen im Gang, die hoffentlich die eigene innere Haltung noch weiter steigern und halten kann. Da sind wir in Deutschland noch einiges davon entfernt eine derartige Bewegung auf die Beine zu stellen und eine Wachheit als wachsende Haltung begleitend an den Tag legen zu können.

Und was die Belange in anthroposophischen Zusammenhängen betrifft, so genügt es nicht Missstände direkt zu benennen. Es braucht korrespondierend dazu „im gleichen Atemzug“ das mutige sich Stellen vor das Tor des „Erkenne Dich selbst,“ anders können in Gemeinschaften nicht „wirklich soziale“ Entwicklungskräfte frei werden. Der bestens verschleierte Egoismus grassiert weiter.

Bernhard Albrecht



Tomtetom Bernhard Albrecht Hartmann • vor 10 Tagen 
Danke! An dem Tropf des Sich-Selbst-Erkennens sollte man schon dranhängen, ja. Der Spruch über am Delphi Tempel soll ja eigentlich noch weitergegangen sein...Erkenne dich selbst aber nicht zu weit...hab ich mal gehört...
Ja, Egoismus ist bestimmt oft verschleiert...wir sind aber auch keine Übermenschen wiederum.. 
Aber es gibt sicherlich auch einen gesunden Egoismus, z.B. als Sicherung, damit man nicht übertölpelt wird...und wie oft passiert es, diese fast gänzliche Auflösung in einer Gemeinschaft?....Gut, wenn man da noch vor allem, humanitäre Positionen hat und denken kann...plus ein gesundes Misstrauen 
vor Fremdsteuerung .... etc.
Klassische Nondualität ist für mich nur begrenzt möglich auf dieser Erde...vielleicht wartet da ja noch ein ganz anderes Bewusstsein...auch realitätsbezogen...



Michael Eggert Mod Bernhard Albrecht Hartmann • vor einem Monat
Lieber Bernhard Albrecht, Deinen Kommentar sehe ich teils als freundlichen Hinweis darauf, dass es mir aufgrund meines Narzissmus verwehrt ist, die erlösende Initiation zu erreichen, die dann den Blick auf die „währe Anthroposophie“ zu erlangen. Das ist natürlich möglich. Andererseits ist das Pathologisieren aber auch die typische Reaktion von Hardcore– Anthroposophen auf kritische Stimmen. Im Waldorf Blog habe ich gerade nochmals die Reaktionen auf den großartigen Taja Gut nachgelesen, dem nach seinem kritischen Buch nachgesagt wurde, er sei „schizoid“. Und das bei einem derartigen fundierten Herausgeber im Rudolf– Steiner– Archiv mit einer so bemerkenswerten Vita. Da komme ich’s, als kleines Licht, mit dem Vorwurf des Narzissmus noch gut weg. Aber die Taktik des persönlichen Angriffs ist schon ein schlichter Reflex.

Michael Eggert Mod Bernhard Albrecht Hartmann • vor einem Monat
Ach ja, der fehlende Link: https://waldorfblog.wordpre...

Bernhard Albrecht Hartmann Michael Eggert • vor 12 Tagen 
Wenn Du hier Narzissmus als einen persönlichen Vorwurf gegen Dich aufgefasst hast, dann verfehlst du die Art von Beobachtung zu der ich Dich eigentlich versuchte anzuregen. Ausserdem bleibst Du darüber hinaus der Dualität verfangen, die zu überwinden eigentlich das Ziel heute ist. 
Ich kann es nur aus der eigenen Erfahrung bestätigen, derartige Gefühligkeiten, unter denen Du Dich, zurückweichend vor dem Du, selber einem Bann von Vorwurf unterwirfst, sind recht schwer zu durchschauen und dementsprechend zu vermeiden. Sie fallen über einem her ehe Du Dich ihrer versiehst.
Du bist kein so kleines Licht wie Du vermeinst.
Bernhard Albrecht
PS.: Mich mit Taja Gut näher zu beschäftigen, das wollte ich immer schon einmal. Leider liegt diesbezüglich auch dieses Mal zu viel anderes auf der Kladde, dem ich den Vorrang gebe.

Michael

Eggert Mod Bernhard Albrecht Hartmann • vor 11 Tagen 
Redest Du von mir? Falls es so sein sollte, erscheint mir das Verschieben einer Debatte auf eine introspektiv, rein persönliche, ja intime Ebene als etwas übergriffig. Im übrigen fragt man sich, was Dich dazu berechtigt, angebliche intime Muster von Verstrickungen Anderer von Ferne zu beurteilen. Entweder ist das ein bei Dir übliches Attacke- Vorgehen, oder es ist eine Anthro- Phrase ("Du bist noch nicht so weit, du armer Schlumpf"). In jedem Fall führt es nirgendwo hin. Es wirkt lediglich auf verquere Art passiv- aggressiv.



T. Majoor • vor einem Monat
Die sog. LED-Wirkungen sind augenscheinlich auf das hohe Blau-Anteil zurück zu führen:
Buchmann/Wendt: “Beim LED-Licht bleibt nur die leere, formgebende Kraft zurück, die sich die zu gehörige Lebenskraft sozusagen aus der Umgebung, vom Lebendigen in der Umgebung, absaugt. … Die Helligkeit von LEDs füllt den Raum nicht mehr, sondern sie entleert ihn förmlich.“
Vgl. Goethe, Zur Farbenlehre
780. Wie wir den hohen Himmel, die fernen Berge blau sehen, so scheint eine blaue Fläche auch vor uns zurückzuweichen.
781. Wie wir einen angenehmen Gegenstand, der vor uns flieht, gern verfolgen, so sehen wir das Blaue gern an, nicht weil es auf uns dringt, sondern weil es uns nach sich zieht.
782. Das Blaue gibt uns ein Gefühl von Kälte, so wie es uns auch an Schatten erinnert. Wie es vom Schwarzen abgeleitet sei, ist uns bekannt.

حسن • vor einem Monat
Lieber Michael Eggert! Ich bin es nun seit Jahren gewohnt Ihre Beiträge im Internet zu lesen, meist surfe ich den Egoisten Blog alle paar Wochen an und lese mich dann für ein, zwei Tage fest. Das geht nun schon seit vielen Jahren so, vielleicht sind es über zwanzig Jahre.
Inzwischen sind meine Kinder gross und aus dem Haus, ich bestelle mir jede Woche zwei Klassik-CDs bei Amazon für 30-40 Euro, und ich frage mich, wie lange das hier eigentlich noch gehen soll.
Können Sie Ihre Artikel nicht einfach bei einer seriösen anthroposophischen Zeitschrift einreichen? So wie jeder andere Mensch auch?
Warum muss ich abends vor dem Internet hängen um Ihre Artikel zu lesen? Warum darf ich sie nicht einfach als Heft oder als Freies-Geistesleben-Buch mit ins Bett nehmen? Und danach ins Regal stellen?
Können Sie das bitte mal abstellen? Ich bitte darum! Sie waren mal die Stimme und das Sprachrohr einer ganzen Generation. Und sind das natürlich immer noch. Aber viele Menschen kennen Ihr Werk noch gar nicht, zum Beispiel Leute, die in den vergangenen Jahren weniger im Internet gesurft sind. Oder Menschen, die die Anthroposophie jetzt erst für sich entdecken.
Und noch etwas: Unter einer 'seriösen anthroposophischen Zeitschrift' verstehe ich alles. Alles was es gibt. Ausser der info3 natürlich.

Michael Eggert Mod حسن • vor einem Monat 
Sehr charmant, die Rückmeldung, ich freue mich über einen Wegbegleiter aus anarchosophischen Tagen. Ich finde ja, dass nicht alles gedruckt werden muss, und mag da jetzt auch nicht 20 Jahre aufarbeiten und redigieren. Ich sehe das als Artikulation des Augenblicks, und damit ist es gut. Manches ist in den Texten ja auch bloß Stilmittel, und auch eine gewisse Attitüde des jungen Wilden ist vielleicht eher nicht dem Alter entsprechend, wohl aber dem Alter Ego. In diesem Sinne hoffe ich Ihnen noch ein paar Jahre erhalten zu bleiben, und hoffentlich Sie mir. Viele Grüße, Don Michele









Samstag, 24. August 2019

Fragment 2/2019

M. Scagliero - Unbewegt "

Anfangen wird der Mensch, unbewegt vor der Bewegung seines Denkens zu stehen. Daraus wird die Fähigkeit erwachsen, auch dem Fluss des Fühlens, dem Fluss des Wollens in Unbewegtheit zu begegnen, unbewegt zu bleiben vor dem Sich Erregen der Leidenschaften und Instinkte.

Der Mensch irrt, wenn er sich mit dem abstrakten, leblosen Denken identifiziert. Unbewegt zu bleiben, um das Denken in seiner Bewegung sehen zu können, heißt, sich mit ihm in Tiefen zu verbinden, in denen es das Licht des Lebens ist. Kommende Zeiten werden dieses Geheimnis entdecken."
                     Massimo Scaligero, Raum und Zeit, o.J. S. 81 

Der höchste Formausdruck von innerer Bewegung ist die Wachheit. In ihr ist alles anschauende Stille. Kein Wenn und Aber. Nur stille Begegnung mit dem je Anderen. Interesse. Respekt. Ein stiller Gruss, lächelnd. Ein Weitergehen mit neuen Fragen an sich. Fragen, die die eigene Transformation selbstbefragend vorantragen. Nicht abstrakt, sondern lebensnah, weil sich selbst nicht ausklammernd. Der Auflösung der Dualität entgegen. Brüderlichkeit erfüllt sich im nondualen Sein.

Der Augenblick - verdichtete, intensivste Bewegung in Stille. Begegnung im Ausnahmezustand. Fragen lösen sich und stellen sich im gleichen Atemzug. Für die  Philosophie und Wissenschaft: Die Begegnung des Forschers in der Abstraktion, der abstrakten Denkbewegung, mit sich selbst. Die Aufgabe: Die Aufklärung vollenden durch Auflösen aller inneren selbst errichteten Denk-Barrieren, Gefühls- und Willensblockaden. Die Hindernisse für eine Entwicklung innerhalb der gegenwärtigen Weltverhältnisse liegen in mir und sonst nirgends. Die Lösung: Im Ausnahmezustand sich selber in die Augen schauen und das Notwendende tun. Ob dies klein oder gross ist, alles ist von Bedeutung im grossen Fluss des Lebens.                           
                                                
© Bernhard Albrecht Hartmann, 24.08.2019

Fragment 1/2019

                          „Das, was den Gegenstand schwer verständlich macht ist … nicht,
                            dass irgendeine besondere Instruktion … zu seinem Verständnis 
                         erforderlich wäre, sondern der Gegensatz zwischen dem Verstehen
                       des Gegenstandes und dem, was die meisten Menschen sehen wollen.
                  Dadurch kann gerade das Naheliegendste am allerschwersten verstanden
                      werden. Nicht eine Schwierigkeit des Verstandes, sondern des Willens
                                        ist zu überwinden." Ludwig Wittgenstein (1)

                 (1)   Ludwig Wittgenstein - Ein Reader: Das Wesen der Philosophie S. 315,                                Reclams Universal Bibliothek Nr. 9470, Druckauflage 2011
Die Notwendigkeit diesen „Gegensatz“ vor-gängig auflösen zu müssen stellt das vielleicht grösste Hindernis dar für die längst fällige Weiterentwicklungen im Selbstverständnis der Wissenschaft. Die Anschauung dessen was tatsächlich ist wird durch den Umstand der Vorstellungsüberlagerung oder um es noch pointierter auszudrücken der vor sich selber verschleierten klamm-heimlichen „Abbild-Besetzung“ durch das Subjekt behindert, um nicht zu sagen weitgehend unbemerkt geradezu verhindert. Wittgenstein findet hier lakonisch zutreffend die Worte „was die meisten Menschen“ diesbezüglich einfach nur „sehen wollen,“ bzw. nur noch sehen können.

Im Zuge des notwendigen Durchgangs durch den Dualismus in der Wissenschaftsentwicklung geht die „Wirklichkeit“ als vom Willen bewusst zu vollziehender, wie darüber hinaus nachhaltig zu überschauender Erkenntnisgewinn in einem sich mehr und mehr verschränkenden Abstraktionskonvolut verloren. Die Wissenschaft verliert den Zusammenhang mit ihrem tragenden gesellschaftlichen Umfeld und kann die Verbindung zu diesem ihrem Untergrund zunehmend nur noch über sogenannte „dolmetschende Experten“ aufrecht erhalten. Ein letztendlich gefährlicher Isolationsprozess.
Noch bedenklicher aber ist der Umstand, dass sich auf diese Weise die immanente Anlage im Wissenschaftsverständnis  auf eine zu entwickelnde nonduale Wissenschaftshaltung im Prozess der Erkenntnisgewinnung  nicht ihre zeitgemässe Weiterentwicklung findet.

                                                                                                        Bernhard Albrecht

Montag, 12. August 2019

Rudolf Steiner und die Kulmination - Ein Dialog

https://egoistenblog.blogspot.com/2019/08/was-sie-schon-immer-uber-anthroposophen.html#more

Doris Mumenthaler • vor 6 Tagen
lieber Michael Eggert, selten, so pointiert durchleuchtet, das Selbst-,Fremd- 
und Möchtegern-Bild ..... hab geschmunzelt und laut gelacht, mir gefällt Wortwahl und Leitplanke durch den Text .... 👏🏼🥂beste Grüsse, Doris

Michael Eggert Mod Doris Mumenthaler • vor 6 Tagen
Vielen Dank, Frau Mumenthaler, es Freut mich sehr, das zu hören!

Bernhard Albrecht Hartmann Michael Eggert • vor 5 Tagen
Zuerst einmal Michael, auch ich habe wie Doris über Deinen Text beim wiederholten Lesen ein jedes Mal auf ein Neues reichlich Anlass gefunden da und dort zu lächeln. Nur, wenn ich auf die letztjährige Generalversammlung der AAG und ihre Aufarbeitung seither hinschaue, dann vermisse ich von einzelnen beflügelnden Randerlebnissen abgesehen schlichtweg das Lachen und den Humor über sich selbst und die eigenen Fehlereskapaden daselbst. Wo aber das Lachen, wie mir scheint, so weit zurückgedrängt in dieser Gesellschaft stattfindet, dort kann sich auch kein wirklich Geist durchdrungenes Leben entfalten. Es fehlt einfach die Leichtigkeit die „ausgesäten Aussagen“ Rudolf Steiners als Entwürfe für eine Vielzahl von Forschungsaufgaben zu sehen.
Abschliessend ist in den 370 Vortragsbänden gar nichts gesagt. Weit eher ist durch sie der Grund gelegt durch zahlreiche offene und verborgene Fragen den Willen in sich zu entzünden Ausgesagtes selbständig weiter zu denken und individuell forschend sich auf den Weg zu machen. Eine neue Wissenschaft vom Geiste wird sich in meinen Augen nur durch selbständiges Weiterdenken entwickeln lassen. Hier fehlt es an Mut, an Mut und noch einmal an Mut.
Rudolf Steiner hat zum Ende seines Lebens sein Lehramt niedergelegt. Eine Weiterentwicklung seines zurückgelassenen Bemühens wird nur durch Selbständigkeit im eigenen Denken in Verbindung mit gelebter Herzensbildung den Weg in eine eher leise Kulmination hinein finden. Im Vordergrund steht also nicht, was kann durch seine  Aussagen scheinbar belegt erwartet werden, sondern was bin ich bereit zu tun mir an Eigenständigkeit innerlich abzuringen, damit durch mein schöpferisches Mitwirken Ereignis wird, was so dringendes Zeiterfordernis ist.
Bernhard Albrecht

Michael Eggert Mod Bernhard Albrecht Hartmann • vor 5 Tagen
Lieber Bernhard Albrecht, vielen Dank für Dein Feedback. Die interne Diskussion nach der Generalversammlung mit ihrem Umsturz habe ich im Detail leider nicht wahrgenommen, einfach aus Mangel an Kontakten und Rundbriefen etc. Dazu kann ich nichts sagen- auch nicht, ob die Auseinandersetzungen überhaupt fortgesetzt wurden. Letztlich kommt es ja darauf an, was "unten rauskommt"- und wie ich schon schrieb, ist das tätige Feld ja meist konstruktiv geblieben. Schwierig sind eher die, die sonst nichts zu tun haben als zu balzen, streiten und sich zu spreizen. Selbstverständlich ist es einerseits eine individuelle Sache, wie man mit dem Werk des letzten Universalisten Steiner umgeht. Aber es gibt auch kollektive Geneigtesten, Tendenzen, Versuchungen- und die und nur die nehme ich auf die Schippe. Die Tendenz, zu "Schriftgelehrten" zu werden, ist z.B. ja angesichts des Werks nur zu verständlich. Ob das Kollektiv es zu einer "Kulmination" schafft, wage ich angesichts der dauerhaften Zerstrittenheit zu bezweifeln. Aber das sind natürlich nur Beobachtungen und Schlussfolgerungen aus einer entfernten Ecke- ich kann mich ganz und gar täuschen und verbleibe dahin gehend gespannt und bereit, vom Gegenteil überzeugt zu werden. Herzlichen Dank & Grüße Don Michele

Norbert Reuter • vor 4 Tagen
Lieber Michael Eggert. Vielen Dank für diese Gedanken. Hat Spass gemacht das zu lesen :-) Sommergrüße aus der Gegend ums Teufelsmoor ;-)

Michael Eggert Mod Norbert Reuter • vor 4 Tagen
Freut mich, Norbert! Den Ton zu treffen zwischen Selbstreflexion, Kritik, etwas auf die Schippe nehmen, aber auch das virale, beständige und zugleich zukunftsgestaltende konstruktive Element im Auge zu behalten ist immer ein schwieriges Manöver. Mal klappt's, Mal geht's daneben.

Bernhard Albrecht Hartmann • vor 4 Tagen
Lieber „Don“ Michele, ich könnte noch an so manchem von Dir oben geistreich Gesagtem anknüpfen, aber ich will den Fluss Deiner enthüllungsjournalistischen Fähigkeit nicht durch allzu viele Anmerkungen meinerseits überlagern. Er soll zur Betrachtung für alle Unbefangenen erlebnisoffen einsichtig bleiben, so wie Du ihn angelegt hast.
So beziehe ich mich nur auf den Begriff Guru- Queen, den Du in Bezug auf Michaela Glöckler geprägt hast und will Dir sagen, dass sie, sollte sie diese Deine Aussage über sie zur Kenntnis bekommen sie darüber zutiefst erschrecken würde. Aus meinem Begegnen mit ihr in frühen Jahren wage ich zu sagen, dass sie innerlich fassungslos vor dieser Deiner Charakterisierung stehen würde. Denn Du drückst damit etwas aus, was ihr im Laufe ihrer Biographieentfaltung nie in den Sinn gekommen wäre darstellen zu wollen … und doch den Nagel auf den Kopf trifft. Was sie antrieb war einfach Begeisterung für die Sache und nichts sonst.
Durch ihr Herkommen aus der Familie von Kügelgen war sie unterschwellig vom Familiensystem her ohne ihr Wollen zur Königin vorbestimmt. Sie hat ein Familienkarma erfüllt ohne es zur Gänze hin individualisieren zu können.
An ihr lässt sich die Tragik nicht weniger Kinder ablesen, die von Geburt an in anthroposophische Zusammenhänge hineingelangten und von daher nicht im Laufe ihres Lebens eine eigenständige Begegnung mit Rudolf Steiner herbeiführen konnten. Ihr Umgang mit Rudolf Steiner war von allem Anfang an in vieler Hinsicht durch das im Familiensystem entwickelte Verständnis von Rudolf Steiner vorgeprägt.
Eine weitere Anmerkung erlaube ich mir noch zu dem leider in seiner tieferen Bedeutung immer mehr verkommenden Begriff der Kulmination in anthroposophischen Zusammenhängen der letzten Jahre. Kulmination ist aus meiner Sicht ein „Kraftbegriff,“ der sich in seiner Wirksamkeit nur wirklich entfalten, soziales Ereignis werden kann, auf der Basis individuell klärender Aufarbeitung stagnierender Prozesse im Verhältnis von Ätherleib und Astralleib in den sozialen Zusammenhängen insbesondere von Mann und Frau innerhalb gesellschaftlicher Bezüge.
Auf die Gefahr hin, dass ich mir dadurch nicht gerade Freunde schaffen werde, sage ich es dennoch frei heraus, einfach deswegen weil es aus meiner Sicht höchste Zeit ist, dass endlich tiefer bedacht wird, was Rudolf Steiner 1923/24 durch die vor aller Welt offene spirituelle Zusammenarbeit von Mann und Frau eigentlich veranlagen wollte.
Ein modernes Mysterien-Wesen wird sich nicht entwickeln können ohne dass der jeweilige Augiasstall zwischen Mann und Frau diesbezüglich einem aktiven „Erkenne dich Selbst“ zugeführt wird.
Was aber wurde hier alles Rudolf Steiner unterstellt.
Das Ergebnis steht eklatant vor aller Welt. 1935 wurden durch sich kulminierendes individuelles Missmanagement zwei Frauen, 2018 zwei Männer gesellschaftlich ihrer Ämter enthoben … und über die tieferen Zusammenhänge wird immer noch nicht nachgedacht, jedenfalls allem Anschein nach nicht in der AAG. In spirituellen Bezügen ausserhalb derselben tut sich da meinem Dafürhalten sehr viel mehr.
Bernhard Albrecht

Michael Eggert Mod Bernhard Albrecht Hartmann • vor 4 Tagen
Lieber Bernhard Albrecht, von "Überlagern" kann gar keine Rede sein, ich finde es vielmehr sehr entgegen kommend, dass Du meinen Ausführungen etwas entgegen stellst. Deine Versuche, das Ausbleiben von Kulmination durch eine mangelhafte Aufarbeitung zu erklären, sind bekannt. Ich denke, dass schon Steiner durch seine anti- intellektuelle Attitüde eine solche Kulmination unmöglich gemacht hat. Im Widerstand zum Zeitgeist konstituieren sich Selbstgefühle, aber nicht unbedingt soziale und gesellschaftliche Kompetenz. Und die Gefühligkeiten führen zu ständigen Konflikten. Ich kenne Frau Glöckler nur aus Vorträgen. Ihre zurück genommene Autorität bleibt ihr unbenommen. Der Archetypus, den sie repräsentiert, ist mir nicht angenehm. Ich würde sie, wäre ich sterbend, ganz sicher nicht an mein Bett bitten und schon gar nicht auf ihren Rat hören. Dennoch ❤️ Dank für Deine Ausführung! Michele

Bernhard Albrecht Hartmann Michael Eggert • vor 4 Tagen • edited
Anti- intellektuelle Attitüde. Damit kann ich in seiner Verkürzung im Moment nichts verbinden. Kannst Du da deutlicher werden.
Bernhard Albrecht

Michael Eggert Mod Bernhard Albrecht Hartmann • vor 3 Tagen
Die Gegenwart (vor 100 Jahren) sei zwar "heute nicht vollständig im Materialismus versumpft" (GA 152), aber fast. Das Gegenmittel seien umherwandernde Irre gewesen, die man den ewigen Juden genannt habe, und die Christus verkündet hätten ("In fast allen Gebieten Europas, überall zeigte sich, daß durch Dörfer und Städte nicht immer die gleiche, sondern immer eine andere menschliche Persönlichkeit ging. Es verbreitete sich die Meinung, daß diese Persönlichkeit, welche in einem besonders merkwürdigen Aufzug erschien, Ahasver, der ewige Jude, sei.") Legenden dieser randständigen Art, Verkündigung und Irre als letzter Widerstand gegen den Rationalismus? Was will Steiner nur damit sagen? Die letzten Reserven mobilisieren gegen den allgegenwärtigen "Materialismus" mobilisieren? Steckt da bei Steiner nicht einfach ein anti- islamischer, vor allem aber antisemitischer Reflex? Hier zum Beispiel seine Aussagen bzgl der Medizin: "Wenn Sie die Entwickelung der Medizin im Mittelalter betrachten, dann haben die Juden einen ungeheuer starken Anteil daran. Und was die Araber an Medizin gebracht haben, haben sie auch wiederum mit Hilfe der Juden ausgearbeitet. Aber dadurch wiederum ist die Medizin das geworden, was sie heute geworden ist. Die Medizin ist zwar geistig geblieben, aber sie ist, ich möchte sagen, monotheistisch geblieben. Man weiß nicht mehr wie das eine Mittel wirkt, geradeso wenig wie man im Judentum gewußt hat, wie die einzelnen Naturgeister sind. So ist auch da in der Medizin ein abstrakter Geist, ein abstrakter Jahve- Dienst eingezogen, der heute eigentlich noch immer in der Medizin drinnen ist." (GA 353.187) Der "abstrakte Geist", den Steiner hier beschwört, steckt freilich in der anthroposophischen Lehre selbst darin, die als Wort- und Meister- Verkündigung auch Steiners Tod jahrzehntelang Vortrag für Vortrag, Zyklus für Zyklus durch die Erbin Marie Steiner- Sivers vorgelegt wurde vor die hungrigen Adepten. Eine sehr materialistische Esoterik, die quasi stückweise verfüttert wird und zu lähmender Passivität der Anhängerschaft führte und führt.

Bernhard Albrecht Hartmann Michael Eggert • vor 15 Stunden
Michael, Du weisst, dass Du mit dieser Art der Fortsetzung unseres begonnenen Dialogs einen gewaltigen Gedankensprung und damit ganz nebenbei auch einen Perspektiven- um nicht zu sagen einen Themenwechsel vollziehst.
Du sagst, meine Versuche das Ausbleiben von Kulmination durch eine mangelhafte Aufarbeitung zu erklären seien bekannt. Nun, ich will nicht sagen, dass ich wie so manche Musiker über ein absolutes Gehör verfüge, aber eines kann ich sehr wohl sagen, dass mein Spracherleben für die hintergründige Bewegungsdynamik aus der einzelne Worte jeweils durch ihre Hervorbringer öffentlich zur Darstellung gelangen hoch sensibel ist. Von daher werden wir sehen wie „bekannt“ Dir das was ich über die Kulmination hier und an anderer Stelle andeutungsweise verlauten lies wirklich von Deinem inneren Erleben her ist. Damit will ich sagen, ich nehme Deine Herausforderung mich mit Dir auf einen Prozess für eine am Ende mögliche Kulmination einzulassen an.
Wenn ich „meine“ etwas sei mir bekannt kenne ich dieses noch nicht, bin mit diesem scheinbar Bekannten noch nicht durch das Nadelöhr des „erkenne Dich selbst“ geschlüpft. Das, was mir bekannt ist, mit dem ich mich … abstrakt … , dem Vermeinen nach bekannt gemacht habe, das ich insoweit kenne, weil es von seiner Art des Auftretens mich auf eine nicht näher zu bestimmende Weise berührt hat, das erkenne ich noch nicht. Erkennen beinhaltet nämlich einen durch und durch im Erleben Geist gegenwärtigen Prozess. Insoweit ist eine jede tatsächliche Erkenntnis eine kleine Kulmination.
Die Kulmination, die Rudolf Steiner allerdings seinerzeit vorausschauend erwartet hat weist meinem Dafürhalten nach noch auf ein sehr viel tiefer greifendes Geschehen hin, das energetisch sich bündelnd fortschreitend still Ereignis werden kann, wenn „ich die Würde“ des oder der jeweils anderen Menschen, mit denen ich in einen Widerstreit gerate, der mich in die eine oder andere Unterscheidung führt dennoch in meinem Herzen tragen kann - Geist gegenwärtig. Das heisst Streite sind nicht auf dem Rücken anderer Menschen auszutragen, bzw. dorthin abzuwälzen, sondern der Essenz nach letztendlich primär in mir zu klären.
Soweit erst einmal für heute.
Bernhard Albrecht

Michael Eggert Mod Bernhard Albrecht Hartmann • vor 3 Stunden
Nein, die Kulmination, die Steiner für das Ende des 20. Jahrhunderts prophezeit war, war die konstruktive Zusammenarbeit aller anthroposophischen Gruppierungen, wie er sie sah, mitsamt aller zu seiner Zeit lebenden Anthroposophie, die ihr Know-how und die unmittelbare Nähe zum Meister durch eine doppelte Inkarnation einbringen würden. Das alles, um den dunklen Gott der Lüge, die Triebkraft des Fake- Zeitalters, mit offenem Visier zu bekämpfen und eine Krise der moralischen Antriebe der Menschheit zu lösen. Nun ja, die Krisen sind da, die Lügen- Herrscher und Illusionisten auch, aber die Kulmination ist es nicht. Ganz im Gegenteil zerfällt die anthroposophische Szene immer weiter und rennt sogar den dümmsten Propagandisten eifrig hinterher. Sorry, Dr Steiner.

Bernhard Albrecht Hartmann Michael Eggert • vor 15 Minuten
„Michael,“ wie sehr innerlich still zurücktretend und ganz bei Dir bleibend hast Du meine Aussagen gelesen? Du treibst von Deinem Temperament für die Sache ein wenig wie aus den Socken gehoben mit einem Schlegel einen Keil in ein Loch wo keines ist. Sorry.
Ich habe ganz bewusst mich auf eine Punkt-Perspektive zum Sachverhalt bezogen und von dort her im Grunde auf nichts anderes gedeutet als Du aus Deiner Umkreis Sicht. Dass die anthroposophische Szene zerfällt, das bestürzt mich insoweit nicht als es notwendig ist um dem Ereignen Können der Kulmination den Weg zu öffnen. Ein Ereignen, das ganz gewiss eher still und leise unter den beteiligten Menschen ablaufen wird und tatsächlich geschieht als auf offener Bühne. Für Letzteres sind seit längerer Zeit etliche Weichen dafür einfach bereits überfahren und das bedeutet, dass noch mehr zu Bruch gehen muss bis sich das Licht der Kulmination vielleicht in einer breiteren Öffentlichkeit zeigen kann. Und selbst dann ist es nicht gewiss, dass dieses Geschehen umfassender in seiner Essenz bemerkt wird.
Ich kann von meiner Warte aus gesehen und von meinem Begegnen her jedenfalls sagen, dass es Menschen gibt, die aus unterschiedlichen geistigen Strömungen auf diese Kulmination innerlich zugehen. Sie tragen schwer an ihren Gewichten der karmischen Aussöhnung, aber sie sind auf gutem Wege.
Die anthroposophische Bewegung ist in den letzten einhundert Jahren weit über die Grenzen der AAG hinaus gewachsen und es reichen sich von daher Menschen die Hände, die keine Mitgliedskarte brauchen um Teilhaber dieses Geschehens sein zu können. Von da her kann ich gelassen auf das hin schauen, was in der anthroposophischen Szene abläuft.
Ganz persönlich für Dich Michael will ich hier jedoch noch anmerken: Bist Du frei davon so diese oder jene Fake News in Deinem bemühten Sagen zu verbreiten, vielleicht ohne dass Du dies selber bemerkst, weil Dich Deine Sicht auf die Dinge einfach geblendet hat … ?  Es ist leicht anderen auf den Kopf zu hauen, bei sich selber aber auswuchernde Beulen nicht zu sehen. …
Lächel und nichts für ungut.
Bernhard Albrecht

Michael Eggert Mod Bernhard Albrecht Hartmann • vor 5 Stunden
Es ist ja auch nichts dagegen zu sagen, dass Du und Deinesgleichen noch tausend Jahre auf Eure Kulmination wartet, Euch aber in der Zwischenzeit schon geil findet. Es ist wirklich kein Problem. Man muss nur nicht unbedingt mitmachen. Dann lieber Schabernack!

Bernhard Albrecht Hartmann Michael Eggert • vor ein paar Sekunden 
Deine provozierende Angriffslust nach aussen wie Dein inneres Abwehrverhalten was Dich betrifft sind nicht meine Baustelle. 

Wenn ich auf die Bewegungen Deiner Schwerthand hinblicke, dann ist voraussehbar, dass mit der von Dir verwendeten Legierung für Dein von Dir geschmiedetes Schwert dieses in Bälde zerbricht.

Ich wünsche Dir eine "gute" Nacht.


© Bernhard




 Albrecht Hartmann

Mittwoch, 17. Juli 2019

Ein Kommentar zum neuen Blogbeitrag von Mieke Mosmuller

https://www.miekemosmuller.com/de/blog/unbeschranktes-weiterdenken-der-texte-von-rudolf-steiner?comment_Show=1

Auf dieses selbständige Mit- und Weiterdenken hat die geistige Welt im Grunde bis zum Herbst 1924 (letzte Ansprache Rudolf Steiners) gewartet ehe sich der Vorhang leise wieder schloss. Rudolf Steiner hat sein Lehramt niedergelegt um der Freiheit willen derer, die wirklich mit ihm weitergehen wollten. Nicht stehen bleiben also, sondern w e i t e r gehen. Selbständig. Anhaften an einer geistigen Führergestalt ohne, wenn auch noch so holperig sich aufzurichten und Selbständigkeit zu wagen geht an den Zeiterfordernissen entschieden vorüber.

Michael ist eine Wesenheit, die sich mit einem Kraftring grosser Stille zu umgeben weiss. Das Schwert aus seiner Hand zu empfangen und damit den Zutritt zu stetig sich weitenden und vertiefenden Intuitionen des Geistes zu erlangen ist eine Gnade und - das erschüttert mich ein jedes Mal auf ein Neues, wenn ich in dieser Richtung denke - die den Mutigen vorbehalten ist, jenen, die über sich selbst hinaus wagen Neulande im Denken zu betreten.

Dies hier zu sagen ist keinesfalls pietätlos gegenüber Rudolf Steiner, im Gegenteil es ist ein verhaltener Ausdruck dessen, wozu Rudolf Steiner in dem Michael-Spruch der letzten Ansprache mit letzter Kraft ermutigen wollte. Seien wir also mutig.

Sonntag, 2. Dezember 2018

Über das Weiterdenken von Aussagen Rudolf Steiners und die Basis eines "Freien Geistesleben"

T. Majoor • vor 18 Tagen
Treffende Übersicht. Politisch-philosophisch gesehen gibt es bei Steiner also einen zweifachen manichäischen Mythos: 1. deutsch-slawische vs. anglo-amerikanische Kultur, und mehr umfassend 2. weisse vs. farbige Menschheit.

Manichäistisch im Steinerischen Sinne (Manichäertum 104.163f, Manichäismus 93.71f) wäre es, wenn die Gegensätze einander durchdringen (etwa Liberalismus). Sonst bleiben Gruppen, wie Konservativ (white supremacy, Putin, Trump etc.) und Identitär-Links (white privilege usw.) sich gegenüberstehen. Kampf besteht in Durchdringung und Umformung.

Über den aggressiven russischen Imperialismus (Russizismus) in Zusammenhang mit dem Testament Peters des Grossen und die ‘Suggestion im Grossen‘ siehe noch 173.59f., 337a.239 und 337b.94.

Bernhard Albrecht @ T. Majoor • vor 18 Tagen 

„Manichäisch im Steinerischen Sinne wäre es, wenn die Gegensätze einander durchdringen“ …
Wie aber ist das zu bewerkstelligen? Gewiss nicht in der alten Manier sich in gewohnt dualistischer Weise mehr oder minder (auch unbewusst verdeckt) die Hucke voll zu hauen. Denn: „Solange die zeitbedingte Grundspannung der Dualität heute noch vornehmlich „gegen“ den jeweils anderen Menschen ausgetragen und nicht als genuine Grundspannung meiner und nur meiner ureigenen zu bearbeitenden Entwicklungsspannung begriffen wird, solange können dringend notwendige Entwicklungen auf der Weltbühne wie in privaten Umräumen weiter nur zögerlich vorankommen.“ https://ich-quelle.blogspot.com
Das schliesst auch ein über die abstrakte Denkebene hinausgehendes Verständnis von Rudolf Steiner ein. Das abstrakte Denken verfilzt sich nämlich dort wo es an seine Grenzen kommt mit tief in sich abgelagerten Strukturen, die es verleiten immer dann wenn es mit seiner ihm eigenen sachlichen Betrachtung von Zusammenhängen nicht mehr weiter kommt die Fahne des Mythischen hervorzuziehen. Anstatt die eigene Denkhaltung zu überprüfen und das eigene Denken grundständig zu dynamisieren zu beginnen wird im aus seiner Sicht wissenschaftlich nicht mehr Fassbaren das Mythische leise mit unausgesprochenen Schleiern des Märchenhaften oder nüchterner nicht mehr zu Konkretisierenden verwoben. Die eigene Denkfaulheit wird hier jedoch anscheinend weder bemerkt noch überhaupt hinterfragt.


Dabei hat Rudolf Steiner unter vielerlei Bezugnahmen immer wieder darauf hingewiesen, dass ein Verständnis seines Sagen, wie auch die konkrete Herausbildung eines freien Geisteslebens nicht gelingen, bzw. Wirklichkeit werden könne, wenn nicht vor-gängig alle Vorstellungen verbrannt würden. Und damit sind in erster Linie zunächst nicht die unterschiedlichen Vorstellungen in den heutigen Auseinandersetzungen gemeint, sondern die tiefer personalisierten Denkhaltungen, die durch diese Vorstellungen hindurch tragend wirken und … Entwicklung verhindern.
 Der eigene Augias Stall, der hinter diesen unreflektierten eigenen Denkhaltungen schlummert ist zu erschliessen und aufzuräumen. Vorher wird es in meinen Augen mit den Mitteln modernen Denkens, wie es selbstkritisch aus der seelischen Beobachtung hervorgehen kann nicht gelingen wissenschaftlich zu einem tieferen Verständnis Rudolf Steiners vorzudringen.
Vgl. z.B. https://ich-quelle.blogspot.com.. und andere Essays der letzten Zeit.

Bernhard Albrecht



T. Majoor @ Bernhard Albrecht vor 18 Tagen 

Bewusstseinseele ist nicht nur Intellektualität und Denkhaltung, sondern vor allem auch sinnliche Wahrnehmung (“… den Blick in die Welt hinauszurichten und das in der Welt zu sehen, was auf dem physischen Plane zu sehen ist, auszubilden das, was auf dem physischen Plane eine Rolle spielen soll.“, 121.172).


Da könnte dann im 6. Zeitalter der Geist manichäisch durchdringen. In dem Zitat im Aufsatz: “in denen der Geist gesucht wird außerhalb der menschlich-physischen Organisation, bloß dort.“



T. Majoor @ T. Majoor • vor 17 Tagen 

Die Bewusstseinsseele (Selbstbewusstsein, auch Bewusstseinsleib) ist der jetzige Augiasstall (5.Zeitalter). Und phänomenologische, reine Wahrnehmung ist derzeit ein wichtiger Aspekt der Ausmistung (vgl. Grenzen der Naturerkenntnis Kap.7 und 8; Mein Lebensgang Kap.22). VT, fake news, Pseudowissenschaft ist unser täglich Mist.


Heute geht es also um dynamisiertes Denken (PdF: Zurückdrängung des Leibes; 174b: der Geist in dem eigenen Leib aufnehmen) neben sinnlicher Wahrnehmung (174b: die Erkenntnis des Geistes in der physischen Umgebung vorbereiten); in der Zukunft wohl um Inspiration neben Imagination.
 Steiner (1915), 174b: 
“

In der sechsten Kulturepoche der nachatlantischen Zeit wird die Aufgabe die sein, den Geist vor allen Dingen als etwas sozusagen mehr in der Umgebung Schwebendes zu erkennen als unmittelbar in sich, den Geist mehr in der elementaren Welt anzuerkennen, weil diese sechste Kulturepoche die Aufgabe hat, die Erkenntnis des Geistes in der physischen Umgebung vorzubereiten. Das kann nicht so ohne weiteres erreicht werden, wenn nicht alte atavistische Kräfte aufgespart werden, die den Geist in seinem rein elementarischen Leben anerkennen.“



Bernhard Albrecht @ T. Majoor • vor 17 Tagen 
Alles gut und schön Ton. Auch wenn Du es selber vielleicht nicht bemerkt haben solltest, Du kannst zwischen deinen Zitat Verweisen ganz schön durch die Lücken hindurch sticheln. Mich ficht das nicht an. Denn dem nachzugehen wäre allenfalls eine Hausaufgabe mit konkretem Handlungsbezug zum Augias Stall Ausmisten, die Du gegebenenfalls als Deine aufnehmen und zu lösen hättest. Seelische Beobachtung in Bezug auf das eigene Denken hin und weniger Schwadronieren durch zukünftig möglicherweise Ereignis werdende Aspekte aus einem allgemeinen Ideenkosmos heraus. In der rechten Weise also bei sich bleiben können, darauf kommt es doch heute an - eben Bewusstseinsseele konkret - oder etwa nicht?



T. Majoor @ Bernhard Albrecht • vor 17 Tagen 
Worauf es mir ankommt ist besonders die seelische Beobachtung unserer Wahrnehmung. 
Siehe Bologna, Die psychologischen Grundlagen und die erkenntnistheoretische Stellung der Anthroposophie (1911), 35.136 f.



Bernhard Albrecht @ T. Majoor • vor 17 Tagen 
Ich höre. Und wenn das Denken ein blickendes Organ in strömendem Willen ist. ...



T. Majoor @ Bernhard Albrecht • vor 15 Tagen 
Das könnte man Steiners Externalismus nennen. Sein Spiegelvergleich auch in Die Rätsel der Philosophie, Ausblick (1914):
“Und als eine erste Erfahrung dieses errungenen neuen Geisteslebens stellt sich die wahre Erkenntnis des gewöhnlichen Seelenlebens dar. In Wahrheit ist auch dieses nicht durch den Leib hervorgebracht, sondern es verläuft außerhalb des Leibes.“ 18.606f. (beschränkt auf sekundäre Qualitäten in: 326.89f.)



Bernhard Albrecht @ T. Majoor • vor 14 Tagen 
Weisst du Ton, je länger ich Deine Kommentarbeiträge hier auf dem Egoisten Blog lese um so mehr frage ich mich, hast Du ausser Deinen sehr klugen Verweisen zu Rudolf Steiners Werk keine persönlichen Anmerkungen, keine wenn auch noch so miniaturhafte Ausarbeitungen deines ureigenen Gedankenlebens und spirituellen Weg schreiten mitzuteilen? Welche eigenen Gedanken bewegen Dich zu diesem oder jenem Verweis auf Quellen bei Rudolf Steiner? Die sichtbar sich individualisierende eigene Seelenfarbe öffnet sie nicht letztlich das Gespräch in jene Tiefen hinein, das heute notwendig mutiger denn je aufzunehmen wäre - brüderlich? Verweise allein sind nicht in der Lage Leben unter den Menschen zu zeugen. Und dass Anthroposophie Leben werde, darum geht es doch heute, oder? Nichts für ungut.

Ich grüsse Dich,

Bernhard Albrecht



Bernhard Albrecht @ Bernhard Albrecht • vor 6 Minuten

Eine Anmerkung zu dem oben von Ton Majoor gemachten Verweis auf GA 174b

Was heisst es den Geist in den eigenen Leib aufnehmen?
Dabei geht es doch wohl darum den eigenen Äther- und Astralleib soweit zu öffnen, von blockierenden Bezügen (grundlegenden Denkhaltungen und persönlichen Vorstellungen) innerlich so weit zu reinigen (Augias Stall), dass die Gedankengänge eines anderen Menschen in der eigenen Seele sich gewissermassen „durch sich selbst“ auszusprechen vermögen. Was heisst: Bisher in den Leib (Äther- und Astralleib) eingelagerte, bzw. in ihm abgelegte Gedankengänge durch die seelische Beobachtung wiederum soweit zu dynamisieren, dass der sich auf diese Weise bildende fliessend Licht-Kristalline Gedanken-Willens-Spiegel aufnahmefähig für neue Denkprozesse werden kann. Das in dieser Weise Erwachen am anderen Menschen kann in Folge nach und nach Imagination und Inspiration erwecken. Deshalb ist der praktisch soziale, der wertschätzende Umgang mit zunächst „fremdartig“ anmutenden Gedankengängen anderer  Menschen heute so  bedeutsam, kann doch ein  tatsächlich  Freies Geistesleben    u r auf der Basis von Wertschätzung gedeihen. 


Und hier muss und will ich mich unter Bezug auf meinen Kommentar Dir gegenüber, in dem ich davon sprach Du könntest „zwischen Deinen Zitat Verweisen ganz schön durch die Lücken hindurch sticheln,“ revidieren. Das ist zu persönlich gesagt und von daher nicht wertschätzend. Gleichzeitig kann jedoch das Sticheln als übergeordnetes Bild eines Gestochen Werden durch Aussagen von Rudolf Steiner als gleichsam „stechend stille Aufforderung“ Bestand haben. Diese Aussagen sind ja gemacht um weiter gedacht und weiter entwickelt zu werden. Sie sind Anfang und nicht Ende einer geisteswissenschaftlichen Forschung. Von daher würde ich mich freuen, wenn Du und andere sich über Deine „genialen Verweise auf Aussagen Rudolf Steiners“ hinaus am notwendigen Weiterdenken dieser Gedankengänge beteiligen würden. 


Was in der sechsten Kulturperiode der nachatlantischen Zeit als Aufgabe ansteht, das braucht als Basis ein jetzt zu entwickelndes Freies Geistesleben und keinen Kulturkampf um irgendwelche Deutungshoheiten, bzw. ein wechselseitiges sich Ausgrenzen und unterschwelliges an den Pranger Stellen.


In seiner entwickelten Form kann ein Freies Geistesleben als fliessend kristallklares Licht-Willens Feld angesehen, als ein webend unter verschiedenen Menschen zu haltendes Imagination und Inspiration Feld betrachtet werden. Wie: Durch die von der seelischen Beobachtung geführte Zurückdrängung des Leibes, sprich die Reinigung von Äther- und Astralleib (Augiasstall).

Gruss in die Runde,


© Bernhard Albrecht
 Hartmann, 02.12.2018

https://egoistenblog.blogspot.com/2018/11/siegfried-im-osten-michaelischer.html

Dienstag, 13. November 2018

Verständnisverwerfungen zwischen abstraktem und lebendigem Denken

Was zeichnet eine charakterisierende gedankliche Einlassung aus? Sie weisst auf eine grundständige Tendenz oder Eigenart hin, hebt eine „mögliche“ Entwicklung hervor, rückt sie in den Vordergrund. Sie regt damit an den Sachzusammenhang ins Einzelne gehend näher zu untersuchen und individuelle Parameter abzuklären. Was auch heissen kann beobachtend auf „verschiedenen“ Ebenen Wirkverhältnisse zu untersuchen und dabei eventuell zusätzliche Einflussfaktoren mit in Betracht zu nehmen.
Was eine Charakterisierung schon von ihrer Art der Problemzeichnung her „nicht“ tut ist eine bloss lineare Auseinandersetzung anzustossen. Vielmehr wird die Charakterisierung immer dann gewählt, wenn es sich bei dem Problemzusammenhang um eine tiefer reichende und weit verzweigte Angelegenheit handelt.
Die Charakterisierung ist also im Grunde eine freilassende Aufforderung zum Brainstorming im Sinne heutiger Usancen. Sie ist eine Einladung (Rudolf Steiners) zur Bewusstseinsarbeit und in Sonderheit zur Bewusstseinsgegenwärtigkeit.

Bernhard Albrecht

siehe auch: https://egoistenblog.blogspot.com/2018/11/siegfried-im-osten-michaelischer.html#disqus_thread

Sonntag, 11. November 2018

Ein Verweis auf den Illusionsschleier dualistischer Strukturen

Reto Andrea Savoldelli
26. September 2018 um 18:23
"In aller Kürze melde ich mich nochmals mit einem Kommentar zu Eurem Gespräch zu Wort. Ihr werdet sehen, ob Ihr ihn berücksichtigen, d.h. mich einbeziehen könnt oder wollt. R.Steiner äussert in seiner Freiheitsphilosophie, dass das „allgemeine Ich“ sehr wohl in dem dem Denken zugänglichen Geistbereich zu finden, dass hingegen die Bildung des „Ich-Bewusstseins“ an die persönliche Organisation mit seiner Zeitraum-Limitierung gebunden sei.
„Genauer betrachtet muss das doch heissen, dass ich wenn ich „Ich“ sage, nicht in meinem Ich gegenwärtig bin, denn ansonsten müsste ich nicht nach dem wirklichen Ich fragen“, lese ich von Bernhard Albrecht. – Nun, genau so ist es! –
Da die Ich-Individualisierung sich allein in der Zeit und durch verschiedene Inkarnationen vollenden kann, lädt die Vertiefung der Frage „Was ist das wirkliche Ich?“ das allgemeine, höhere Ich in den persönlichen Bewusstseinsumkreis ein. Es wird insofern ausgeladen, als ich jenes mir nur als „abstrakt allgemeines“ vorzustellen mich genötigt sehe. Ich entgleite der prozesshaften Bildungsmacht des wirklichen Ich, wenn ich mit meinen zweifellos ichhaften Denkakten mich mit dem dabei auftretenden leibabhängigen Willenserlebnis zu begnügen suche. –
Wenn es die geistige Spannung zwischen „gewöhnlich selbstbewusst denkendem“ und „wirklichen“ Ich nicht gäbe, müsste man Rudolf Steiner einen grossen Vorwurf daraus machen, dass er seine Schüler mit einer Meditation wie der folgenden auf Erkenntnisabwege lockte (in seinem letzten Londoner Vortrag, 2.Sept.1923): «Ich schaue in die Finsternis. In ihr entsteht Licht, lebendes Licht. Wer ist dies Licht in der Finsternis? Ich bin es selbst in meiner wahren Wirklichkeit. Diese Wirklichkeit des Ich tritt nicht ein in mein Erdendasein. Ich bin nur Bild davon. Ich werde es aber wiederfinden, wenn ich guten Willens für den Geist durch des Todes Pforte gegangen.»
Schönen Abend und gute Nacht!"
https://rolandwiese.com/2018/08/27/das-wirkliche-ich/comment-page-1/#comment-38
Lieber Reto Andrea
Leider ist mir Dein zweiter Kommentar innerhalb des Gespräches mit Roland bis heute entgangen. Er war wohl zum Zeitpunkt meiner Antwort (https://ich-quelle.blogspot.com/2018/09/nachtrag.html) auf Deinen ersten Kommentar hin von Roland noch nicht eingestellt, ansonsten wäre meine Antwort an Dich nicht nur auf Karl Ballmer bezogen geblieben. Wenn heute nach Deinem zweiten Kommentar auch schon mehr als sechs Wochen verstrichen sind, will ich mich dennoch darauf beziehen. Ich halte Deine Einlassungen nämlich für so wesentlich, dass ich sie unbedingt in den laufenden Gesprächsfaden mit Roland einbinden will.

Du schreibst, … „dass hingegen die Bildung des „Ich-Bewusstseins“ an die persönliche Organisation mit seiner Zeitraum-Limitierung gebunden sei.“
Womit wir im Zusammenhang mit der seelischen Beobachtung bei der Zurückdrängung des Leibes wären. Beim Aufräumen des eigenen Augias-Stalles nach der inneren Weisung, die ich mir aus meinem Beobachten zusprechen will. Aus der Spannung Interesse … Interesse und noch einmal Interesse, das Rudolf Steiner vor allem nach der Weihnachtstagung vehement einfordert (für den, der ernsthaft hinhören will), dem bedingungslosen Interesse für den anderen Menschen also einerseits und der Selbstkritik aus seelischem Beobachten heraus andererseits, aus dieser auszuhaltenden Spannung heraus kann sich Ich-Bewusstsein bilden. Diese Spannung ist also der Kern und gleicherweise der Keim aus dem Erwachen am anderen Menschen sich herausarbeitet zu einer wirklichkeitsgemässen Geistes Repräsentanz in heutiger Zeit.
Von daher gesehen ist auch ein Freies Geistesleben keine formale Struktur gesellschaftlicher Zusammenhänge, sondern es kann als fortlaufendes Arbeitsergebnis nur aus den Ich-Bewusstseins-Anstrengungen der in unterschiedlichen „Zeitraum-Limitierungen“ auf und auch gegeneinander bezogenen Menschen hervorgehen. Freies Geistesleben ist also alles andere als ein in der Empfindung mitunter subjektiv hochgepushtes Nirvana-Erleben (in dem Sinne: „wir“ sind Inselwächter seiner Realität). Es fusst vielmehr auf ernster täglicher Arbeit in den eigenen herakleischen Augias Ställen, was in zahlreichen dualistisch ausgetragenen „alltäglichen“ Auseinandersetzungen unter Menschen nicht selten vollkommen aus dem Blick gerät.
Aus meiner Sicht noch pointierter gesagt: Solange die zeitbedingte Grundspannung der Dualität heute noch vornehmlich „gegen“ den jeweils anderen Menschen ausgetragen und nicht als genuine Grundspannung meiner und nur meiner ureigenen zu bearbeitenden Entwicklungsspannung begriffen wird, solange können dringend notwendige Entwicklungen auf der Weltbühne wie in privaten Umräumen weiter nur zögerlich vorankommen. Im Kleinen  haben wir hier eine viel grössere „wirksame“ Verantwortung für das Ganze, als wir in innerem Stammtisch-Gebaren“ uns gegenüber zuzugestehen bereit sind. Der „Andere“ steht mehrheitlich im Fokus unser einschätzenden Betrachtungen und nicht ich. Der Andere und nicht meine ätherisch-astralische, bzw. meine in Denkblick und Denkwille gelenkten Innenprozesse einer  „notwendigen“ Entflechtung meiner Seelenkräfte und damit der Grundprozess der Zurückdrängung des Leibes.
Rückblickend auf das bisher Gesagte ein vielleicht notwendiger Einschub zur Klarstellung: Ich kritisiere hier weder Dich Reto noch sonst irgendeinen möglichen Leser dieser Zeilen, sondern ich erlaube mir lediglich ungeschminkt den Illusionsschleier über einigen heutigen allgemein zugänglichen inneren und äusseren menschlichen, wie welthaften Erscheinungsweisen etwas anzuheben, was in meinen Augen zu einer zeitgerechten Bewusstseinsarbeit unbedingt dazugehört. Wer will kann sich dem anschliessen und als Anregung aufnehmen eventuelle weitere individuelle Illusionsschleier für sich aufzudecken.
Du schreibst in Deinem Kommentar weiter: „Ich entgleite der prozesshaften Bildungsmacht des wirklichen Ich, wenn ich mit meinen zweifellos ichhaften Denkakten mich mit dem dabei auftretenden leibabhängigen Willenserlebnis zu begnügen suche.“ –
Dem will ich hinzufügen, dass Ich mich mit meinem leibabhängigen Willenserlebnis insoweit begnüge, wenn ich dieses als Bollwerk missbrauche für streitbare Dualität-Rangeleien um den Vorrang eigenen Vermeinens. Hat nicht Rudolf Steiner immer wieder und besonders eindringlich in den letzten beiden Lebensjahren darauf hingewiesen, dass alle Vorstellungen zu verbrennen seien? Ich will das Beharren in Vorstellungen hier einmal bildschaffend als den weit ausgreifenden und letztlich todbringenden Arm von Ich-Bewusstseinsbildung benennen. Abwegig? Oder tiefer betrachtet ins Zentrum treffend?
Um der möglichen Auflösung dieser Frage ein wenig näher treten zu können will ich an das von Dir benannte Zitat Rudolf Steiners in seinem Londoner Vortrag vom 02.09.1923 anknüpfen. „ «Ich schaue in die Finsternis. In ihr entsteht Licht, lebendes Licht. Wer ist dies Licht in der Finsternis? Ich bin es selbst in meiner wahren Wirklichkeit. Diese Wirklichkeit des Ich tritt nicht ein in mein Erdendasein. Ich bin nur Bild davon. Ich werde es aber wiederfinden, wenn ich guten Willens für den Geist durch des Todes Pforte gegangen.“
Wenn ich mich dem Verbrennen, dem tatsächlichen Veraschen von Vorstellungen wirklich entschiedener zuwende, was ein sehr langer sich fortlaufend vertiefender Prozess ist, dann bringt mich dies in einen inneren Zustand, dass mehr und mehr Haltestangen meines bisherigen Selbstgefühls weg brechen. Ich schaue im Sinne Rudolf Steiners buchstäblich in die Finsternis, sehe mich vor ein Nichts gestellt, dass mich wie aufzusaugen droht. Das dahin gehende Erleben kann dabei so bedrängend über mich herfallen, dass ich die Flucht nach rückwärts antrete, um  für mich wieder an diversen Vorstellungen Halt zu finden.
Da solches heute auch mehr unbewusst im Alltag begleitend geschehen kann ist es verständlich, wenn in sozialen Auseinandersetzungen nicht selten geradezu verbissen um die Erhaltung des eigenen Standpunkt gekämpft, bzw. in bestimmten Internet Foren sogar ein „sportlicher“ Hashtag betrieben wird einzelnen Teilnehmern in einer unbewussten Gegenbewegung alle Haltestangen wegzunehmen. Geistige Dunkelheit ist bei der heutigen äusseren Lichtüberflutung und Informations-Überreizung etwas, was in der einen oder anderen Weise nicht so einfach auszuhalten ist und deshalb auf jede nur denkbare Weise übertüncht und übertönt wird.
Weiter: „In ihr (der Finsternis) entsteht Licht, lebendes Licht.“ So ein derartiges Erfahren nicht in oder nach krisenhaften Lebensereignissen eintritt, dann kann dieses Lichterleben innerhalb eines fortgeschritteneren beweglichen Denken eintreten. Das individuelle Ich kann im Verlauf derartigen Erlebens gewissermassen leise hervortreten und mit der Zeit zu einem Brennpunkt unmittelbar geistigen Erfahrens werden, eines Erfahrens das in seiner um sich greifenden Dynamik umso eher zentriert gehalten werden kann, je stärker das Denken gleichlaufend weiter ausgebildet und in sich vertieft wird. Es ist dies ein Prozess, der mit aller gebotenen Zurückhaltung im Bilde einer Brückenüberquerung, im sokratischen Sinne eines „Durchgangs“ durch das „ich weis, dass ich nicht weis,“ andeutend zu beschreiben ist.
Brückenüberquerung: Setze ich mich damit im Sinne des oben genannten Londoner Vortrags von Rudolf Steiner nicht in einen Widerspruch zu ihm? Heisst es doch dort: „Diese Wirklichkeit des Ich tritt nicht ein in mein Erdendasein. Ich bin nur Bild davon.“ Es steht dort aber auch zu lesen, dass ich dieses Ich „wiederfinden (werde), wenn ich guten Willens für den Geist durch die Pforte des Todes gegangen.“ Wer dies lauschend liesst, dem kann in der inneren Anschauung ein Bogen, eine Brücke vor Augen treten, die empfindungsstark beide Satzsequenzen überspannt.  Zwischen beiden tritt nämlich im oben skizzierten Sinne ein markantes Todes-Erleben oder eine ganze Kette von inneren Todes-Empfindungen ein, die sich über den Zeitraum ihres Erlebens zu einem Gesamterleben bündeln. Im Sinne von Angelus Silesius tritt hier also zu Lebzeiten der Tod ein („Wer nicht stirbt bevor er stirbt, der verdirbt“). Mit diesem Todes-Erleben werde ich in Folge dahin geführt das eigene Ich in meinem Erdenleben immer wirksamer finden zu können. Das Ich wird zu einer Leben spendenden Quelle.

Bernhard Albrecht


Montag, 5. November 2018

Im Gespräch über die seelische Beobachtung

rolandwiese
25. Oktober 2018 um 0:00

Lieber Bernhard Albrecht, 
Ja zu deinem Beitrag! Mein Blick geht aber in eine etwas andere Richtung. Das, was du beschreibst ist ja gewissermaßen eine Art Grundvoraussetzung für den individuellen und gleichermaßen sozialen Entwicklungsprozess. Mein Blick hat als Hintergrund die merkwürdige Figur des Dionysos. Das Eindringen in die dionysische Wirklichkeit des Lebens hat die Voraussetzung, dass mein Denken empfindungswirksam wird. Bestimmte Denkformen sind aber einfach nicht in der Lage solche Empfindungen auszubilden, die wiederum das Leben, das Lebendige, empfindungsfähig werden lassen. Also Bewusstsein wird Leben; Leben wird Bewusstsein. Die Raserei entsteht an der Stelle, an der Bewusstseinsformen auf das zusammenhängende Leben treffen, die diese elementaren Verhältnisse chaotisieren. Die elementaren Verhältnisse in unserem Organismus und in der Natur sind aber auf solche Empfindungsmöglichkeiten angewiesen. Dionysos wird zum fürchterlichen Gott in den Menschen, die mit einem nicht angemessenen Denken und in der Folge mit nicht angemessenen Empfindungen in die Elementarwelt, das heißt in das Leben eindringen.
 Eine Ursache für dieses Geschehen liegt in der zunehmenden Aushöhlung des alten Selbstgefühls, seit der Mitte des letzten Jahrhunderts und der damit einher gehenden Notwendigkeit, dieses schwächer werdende Selbstgefühl (als Grundlage des Egos) zu substituieren, also zu ersetzen und künstlich zu verstärken. Das Abnehmen des natürlichen und früher meist gruppenhaften Selbstgefühls ist aber ein Prozess der notwendig ist; er führt aber in krisenhafte Zuspitzungen, oder den horro vacui, also in eine Leere und Langeweile, die nur durch eigene individuelle Produktion wieder neu erfüllt werden kann. (Beuys war nicht zufällig genau in der zentralen Phase dieses Prozesses in dieser Richtung hin wirksam). Es ist ein gewisser Schwellenübergang in dieser Richtung hin erfolgt. Und dadurch entsteht natürlich auch die ungeheure Situativität in jeder Begegnung und die Möglichkeit, dass sie in die eine oder andere Richtung (oder beides) sich entwickelt. Und schon die Beurteilung darüber nicht mehr nach ‚bürgerlichen‘ Maßstäben möglich ist, sondern sich erst mit der Zeit zeigt….

Lieber Roland. 
Ich sinne über Deine Antwort nach und wage eine erweiternde Ansage, die einen innerlich möglicherweise schmerzhaften Ruck auslösen kann. Weichst Du mir in Deinem Sagen nicht vielleicht „unmerklich“ ein wenig aus, denn prozesshaftes Denken kann ohne eine vertiefende Vergegenwärtigung auf eigene Empfindungen hin überhaupt nicht in Gang kommen?

Die im Umraum des Denkens sich bildenden Empfindungen müssen nämlich begleitend so weit geklärt werden, dass ich selbst nicht mehr in einer abhängigen Bindung zu ihnen stehe, was heisst, dass ich lerne ihnen frei in der inneren Anschauung gegenüberzustehen, ohne in der einen oder anderen Weise mich von ihnen da oder dorthin ziehen zu lassen. Ich bin also aufgefordert Herr im inneren Erlebnis-Umraum zu werden, Herr im eigenen Haus zu sein. Insofern kann seelische Beobachtung auch als ein gleichsam spagyrischer Reinigungsprozess gesehen werden.

In der seelischen Beobachtung geht es um äusserste Exaktheit im Umgang mir selber gegenüber, sind Empfindungen, die zunächst an die eigenen inneren Denkfiguren gebunden auftreten auf ihre Bindungsgegebenheiten hin genauestens zu untersuchen. Nur insoweit dies fortlaufend immer tiefer geschieht, ist die seelische Beobachtung ein wissenschaftstaugliches Instrument. Rudolf Steiner stellt damit höchste Anforderungen an diejenigen Menschen, die sich als Repräsentanten einer weiter zu entwickelnden Geisteswissenschaft sehen wollen.

Wenn ich vor diesem Hintergrund Deine Aussage „bestimmte Denkformen sind aber einfach nicht in der Lage solche Empfindungen auszubilden, die wiederum das Lebendige empfindungsfähig werden lassen,“ die also im Sinne Deines weiteren Wortlautes „Bewusstsein ins Leben“ hineintragen und umgekehrt „Leben in Bewusstsein“ erwachsen lassen näher betrachte, dann frage ich mich: „Überhebst“ Du Dich damit genauer besehen nicht ein wenig, triftest in eine duale Anschauungsweise ab, wo es doch darum geht nonduale Brücken im Sozialen zu bauen?

Oder noch konkreter, was ist es, das mich eben jetzt seitwärts blicken lässt, mir Nebenwege vorgaukelt und möglicherweise die tiefere Verankerung in mir, die Betrachtung des Hier und Jetzt leise unterwandert. An den stillen Quelldolen des in Wirksamkeit hinein sich befreienden Ich geschieht Herausforderndes, das die eigene Aufrechte auf ihre tatsächliche Bodenhaftung hin prüft, immer wieder und hartnäckig. Solange, bis wir bereit sind die Schlangenwege zu verlassen uns selber aus dem Weg zugehen, indem wir aus Gewohnheit unseren Blick fast „nur“ auf den jeweils anderen Menschen richten.

Sind es nicht wir, die mit unserer Empfindungsfähigkeit in Vorleistung gehen müssen, damit die Empfindungen Anderer daran Orientierung erleben und sich „erkannt fühlend“ über sich hinaus wachsen können? Das auch noch so leise Beklagen, was nicht ist bringt die Welt um keinen Quadratmillimeter weiter nach vorne. Jedoch ist in scheinbar „nur“ rudimentären Empfindungen für den, der sich darum bemüht ein Rauschen in der Tiefe zu vernehmen, das unter geeigneter Hilfestellung sich in vertiefte Empfindungen hinein befreien und ausdrücken lernen kann - soweit meine Erfahrung.

Im Übrigen ist die Qualifizierung einer sogenannten „minderen“ Empfindungsfähigkeit im Äquivalent vielleicht auch mehr an die Trägheit, um nicht zu sagen an die innere Faulheit des jeweiligen Umgebungsfeldes und seiner Akteure gebunden, die vor lauter (geistes)wissenschaftlichen Meta-Diskussionen das notwendige praktische Handling, das aus anhaltenden seelischen Beobachtungen hervorgehen könnte schlichtweg vernachlässigen.

Derartiger Selbstkritik wird jedoch gerne ausgewichen, womit ich keine Kritik gegen irgendwen ausdrücke, also auch nicht per se gegen Dich, sondern nur ein weiteres Mal auf die seelische Beobachtung verweise, die derartige Ausweichmanöver im eigenen Ausübungsprozess dieser Methode einem oft genug vor Augen stellen kann. Wenn Bewusstsein in Leben hineinwachsen will hat die Prüfung dessen was ist in meinen Augen primär bei einem selbst anzusetzen. Alles andere endet nur in dualen Selbstfesselungen und unterstützt damit indirekt die weitere Aushöhlung des Selbst von der Du sprichst.

Natürlich hast Du recht wenn Du von der Aushöhlung des Selbstgefühls in unserer Zeit sprichst. Doch gilt in meinen Augen auch hier, dass die eigene fort und fort entwickelte Empfindungsfähigkeit hier vor ungeahnten Möglichkeiten steht dies jeweils situativ auch verändern zu können. Dabei ist es allerdings nicht zu umgehen, dass Du Deinem eigenen Horror Vacui begegnest und innerhalb dessen den vielfältigen Scharaden des Dionysos. Dies solange, bis, wie ich schon sagte Du Dir nicht mehr selber ausweichst, Dich im dauerhaften inneren Gleichgewicht einfindest in der Spur des wirksamen Ich.

Das wirksame Ich ist die Frucht strengster Selbstkritik, einer Selbstkritik die in die notwendige Tiefe hinein heute allein aus der seelischen Beobachtung hervorgehen kann. Hierin ist Rudolf Steiner so ungemein modern - was bisher aus meiner Sicht nicht annähernd wirklich erfasst wurde - weder von Anthroposophen, noch von diversen Vertretern der gängigen wissenschaftlichen Forschung. Rudolf Steiner hat nämlich mit dieser Methode der kritischen Forschungsweise der Naturwissenschaft jenes Element hinzugefügt, das sicherstellen kann, dass der Mensch und die tatsächliche, nicht nur halbherzig nachgeschobene Achtung seiner Würde in der wissenschaftlichen Forschung präsent, sprich wirksam bleiben kann. Er hat damit auf nicht weniger verwiesen, als dass die Aufklärung der Vergangenheit und die mit ihr einhergehende Ausbildung nach aussen gerichteter kritischer Forschung ergänzt werden müsse um eine nicht minder kritische Forschung des inneren Selbstgefüges des Menschen. Andernfalls würde der in die abstrakte innere Diaspora vertriebene Mensch die lebendige Anbindung an den Geist nur verlieren können.

Bernhard Albrecht

Freitag, 2. November 2018

Fragment 4/2018

Miteinander. Mit - ein - ander, was heisst „mit“ dem „anderen“ Menschen werdend sich zu bewegen,  mit ihm und der fortlaufend zu erneuernden eigenen inneren Bereitschaft sich weiter zu entwickeln, … auf Ein … ander immer wieder Schritt für Schritt zu zu gehen.
„Durch“ den anderen Menschen angeregt auf die Einheit, das Einssein, das im Einklang sich erlebend Befinden im Innenverhältnis "miteinander," dem mutigen Ich-Ausdruck im Aussenverhältnis und der letztlich daraus hervor gehenden individuellen Erleuchtung im Denken - das Fühlen und Wollen einschliesst - zu zu wachsen. „Und“ damit die gemeinsam aneinander erwirkte soziale Erneuerung, samt ihren Früchten eines in Tateinheit gelebten freien Geisteslebens untereinander zu weiterem Wachsen zu teilen.

Bernhard Albrecht

Mittwoch, 31. Oktober 2018

Fragment 3/2018

An die Kraftbewegung des Denkens innerlich auch nur anfänglich erfahrend heranzukommen, auf diesem Weg wird Dir nichts geschenkt. Du gehst einen Weg mit nicht geringen Widerständen, denn wie machtvoll und tückisch Gewohnheiten sein können, das verstehst Du erst dann wirklich, wenn Du beginnst sie näher unter die Lupe Deiner Betrachtung zu nehmen.
Den Willen im Denken unmittelbar zu entzünden ist ein schöpferischer Akt. Du beheimatest Dich  mit diesem Tun in der Unmittelbarkeit Deines geistigen Vermögens, kehrst das Nichts in Fülle.

© Bernhard Albrecht Hartmann, 31.10.2018

Sonntag, 21. Oktober 2018

Die Schmetterlingspuppe öffnen

                „B E R E I T …
               
                Bereit das letzte Schwermutsgewicht
                im Koffer zu tragen, diese Schmetterlingspuppe,
                auf deren Flügeln sie die Reise einmal
                beenden werden.“

                Aus dem Gedicht „B  E R E I T“ von Nelly Sachs
                     Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main 1977,
                                    16. Auflage 2017, Seite 61


                           Die Schmetterlingspuppe öffnen

                Heute geschieht es,
                dass die Leidgeprüften -
                am tiefsten Grund ihrer Seele angekommen
                ihre Schmetterlingspuppen öffnen.

                Einfach so und ungeplant.

                Es geschieht,
                weil die Zeit die Reife gebracht -
                ein grosser innerer Mut
                wie aus dem Nichts
                die Hallen der Dunkelheit mit Licht flutet.

                Es geschieht, dass Kraft dort auflebt,
                wo vorher all zu lange Mühsal waltete -
                das Ich in seiner Ego-Gebärmutter explodiert.

                © Bernhard Albrecht Hartmann, 21.10 2018
               
                Nachsatz: Es geschieht auf dem Boden der seelischen Beobachtung
                nach Rudolf Steiner, die keine Form der Selbstkritik scheut
                und von daher aus dem Ich heraus intuitionsfähig wird.
                Intuition - die Geburt aus dem Nichts.
                Intuition - ein dynamisierter Ich-Prozess, der die Ketten des Ego bricht.